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Das Seelsorgeteam der Pfarrei Baar erhält Verstärkung. Nach dem schmerzlichen Verlust von Diakon Rolf Zimmermann ist es dem Kirchenrat gelungen, mit Diakon Roger Kaiser-Messerli die Vakanz per 1. September 2021 neu zu besetzen.

Zum Baarer Seelsorgeteam stösst ein erfahrener Theologe: Roger Kaiser (56) war von 2005 bis 2018 Gemeindeleiter der Pfarrei Rotkreuz und seit 2018 ist er Mitglied des Pastoralraumteams Zugersee Südwest. Er wird als Ansprechperson für Inwil in der Kirche St. Thomas wirken, in den damit verbundenen Gruppen Einsitz nehmen und im Liturgieteam der Pfarrei St. Martin mitarbeiten.

«Nach 21 schönen, lehrreichen und intensiven Jahren als Seelsorger im Pastoralraum, kommt für mich nun die Zeit weiterzuziehen», sagt Roger Kaiser zu seinem Wechsel. «Bereits im Jahr 2017 hat mir das Bistum zu verstehen gegeben, dass spätestens in drei bis vier Jahren ein Stellenwechsel für mich anstehe. Der Personalverantwortliche und der Bischofsvikar haben mich dementsprechend im vergangenen Herbst kontaktiert, mit dem Hinweis, dass der Sommer 2021 ein guter Termin dafür sei». Auch für Roger Kaiser stimmt das Timing. «So habe ich genügend Zeit, noch etwas aufzubauen bis zu meiner Pensionierung in neun Jahren». Er freut sich auf die neue Herausforderung und vor allem auf die Menschen, insbesondere die Mitarbeitenden.

Bis Ende Juli 2021 wirkt Roger Kaiser weiterhin als Diakon im Pastoralraum Zugersee Südwest.

 

Bernadette Thalmann

Die Kirchgemeindeversammlung der Stadt Zug hat im Dezember 2020 über die Verwendung des Ertragsüberschusses entschieden. Der Kirchenrat setzt nun einen Teil des Gewinns für Spenden ein. Das Hospiz Zentralschweiz erhält 150 000 Franken.

Der Ertragsüberschuss von 2019 betrug 1 167 967 Franken. Davon wurden 300 000 Franken für Spenden an Organisationen und für Projekte verwendet, die von der aktuell herrschenden Coronakrise betroffen sind, wie der Kirchenrat in seiner Medienmitteilung bekannt gibt.

Der Kirchenrat begünstigt nationale, kantonale und ausländische karitative Organisationen wie folgt: 

  • Caritas Schweiz 20 000 Franken (Soforthilfe im Frühling 2020)
  • Fastenopfer 20 000 Franken (Soforthilfe im Frühling 2020)
  • Heiligland Opfer 10 000 Franken (Soforthilfe im Frühling 2020)
  • Hospiz Zentralschweiz 150 000 Franken: Das Hospiz begleitet Menschen im letzten Lebensabschnitt und ermöglicht ihnen ein würdevolles Leben bis zum Tod.
  • FRW Interkultureller Dialog, Baar, 10 000 Franken Unterstützung
  • Diakonie Leuchtturm, Zug, 50 000 Franken (Unterstützungsfonds für bedürftige Menschen in Zug)

Die schwierigen Lebensbedingungen der notleidenden Bevölkerung haben sich weltweit weiter verschlechtert. Der Kirchenrat ist überzeugt, dass es eine wichtige Aufgabe der Kirche ist, die Bevölkerung in schwierigen Zeiten wie der aktuellen Corona-Krise zusätzlich zu unterstützen. mitg./bth

 

Die Zuger Woche hat in ihrer Ausgabe vom 20. Januar Thomas Betschart, Katechet Pfarrei Oberägeri, als Zuger des Jahres nominiert. Dies aufgrund seines vielseitigen Engagements, unter anderem für das Projekt der fahrenden Kapelle.

Die fahrende Kapelle im Tiny-House-Stil war einer der Träume von Thomas Betschart. Ende Mai des vergangenen Jahres wurde er zur Realität. Die Kapelle war fertiggestellt und rollte am 8. Juni zum Strassenverkehrsamt, wo sie gepüft wurde. Seither ist sie auf Tournee in Pfarreien des Pastoralraums Zug Berg.
Das kirchliche Projekt «die.kapelle», konzipiert von und für junge Erwachsene, wird getragen vom «Verein die.kapelle». Dessen Gründer ist Thomas Beschart. Für ihn ist die Kapelle «ein modernes Wohnzimmer Gottes, in dem sich gläubige, suchende, kritische oder einfach neugierige (junge) Menschen willkommen fühlen und mit dem Göttlichen in Berührung kommen können.»
In der kleinen Kapelle kann man eine Kerze anzünden, Stille finden, meditieren, beten, Gespräche führen, Mini-Workshops besuchen, Kleinstkonzerte geniessen, Taizé-Lieder singen oder einfach eine Pause machen.
Wegen Corona mussten die gemeinschaftlichen Anlässe im Dezember abgesagt werden. Stattdessen wurde an jedem Adventssonntag ein Podcast ausgestrahlt, in dem junge Erwachsene über Lebenssinn und -Unsinn diskutierten. Sofern Corona es zulässt, wird die Kapelle auch am Stand der Katholischen Kirche Zug anlässlich der Zuger Messe im Oktober dieses Jahres präsent sein.

Wählen Sie mit!

Wer möchte, kann die Wahl von Thomas Betschart zum «Zuger des Jahres» unterstützen. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff «Zuger des Jahres» und der Angabe Ihres Namens und Ihrer Adresse sowie dem Satz «Ich wähle Thomas Betschart zum Zuger des Jahres» an die Adresse redaktion@zugerwoche.ch.

 

Bernadette Thalmann

 

 

 

Selten waren die Möglichkeiten, Advent und Weihnachten zu feiern, so vielfältig wie in diesem Jahr. In den Pfarreien des Pastoralraums Zug Walchwil nutzten zahlreiche Kinder und Erwachsene dankbar die verschiedenen Angebote.

Kleinkinder lauschten gebannt der kurzen Weihnachtsgeschichte in Gut Hirt. Die grösseren Kinder erlebten die Weihnachtsgeschichte an verschiedenen Stationen zwischen St. Oswald und St. Michael mit einem interaktiven Krippenspiel. In der Pfarrei Bruder Klaus waren viele Familien den Impulsen der Adventskerze 2020 gefolgt und feierten als Pfarreigemeinschaft in einer besonders weihnachtlich geschmückten Kirche. In Walchwil sang der Kirchenchor das zuvor eingespielte Stille Nacht fünfstimmig und schaffte eine zauberhafte Atmosphäre. Und in St. Johannes Zug nutzten vor allem Familien (vom Baby bis zur 85-Jährigen) die Möglichkeit, zeitunabhängig in das Geheimnis von Weihnachten einzutauchen. Eindrücklich die Gedanken, die sich Kinder der vierten Klassen zur Weihnachtsgeschichte machten, so zum Beispiel: «Maria und Josef, passt gut auf euch auf, die Menschen sind nicht so nett zu Fremden. Sie werden euch wegjagen, ihr seht nicht so aus, als ob ihr viel Geld hättet.» Oder: «Es ist doch immer dasselbe: Auch damals gab es arme Leute, die flüchten mussten. Und heute gibt es diese immer noch.» Oder: «Halten wir an Weihnachten den Platz in unseren Herzen frei für Menschen, denen es nicht so gut geht.»

Erstmals wurden die Weihnachtsgottesdienste von St. Michael nach St. Oswald und via Internet nach Hause übertragen. Bereits am Mittwoch waren sämtliche 50 Plätze im Mitternachtsgottesdienst ausgebucht. «So konnte es auch für mich Weihnachten werden», drückte es eine ältere Frau aus, die den Gottesdienst am Bildschirm mitverfolgte. Ein Ehepaar, das den Gottesdienst in St. Oswald mitfeierte, dankte für die schönen, hoffnungsvollen Worte: «In dieser schwierigen Zeit ist das Balsam auf unsere Seele.»

Neue digitale Medien erweitern die Reichweite. Die zeitliche Unabhängigkeit vieler Angebote entspricht dem aktuellen Zeitgeist. Der Kern der Weihnachtsbotschaft aber ist geblieben. Gott kommt in die Welt und geht mit den Menschen durchs Leben. Es war damals keine heile Welt und sie ist es auch heute nicht. Weihnachten ist und bleibt ein Hoffnungszeichen: Wir sind nicht allein − gemeinsam können wir auch schwierige Zeiten meistern.

 

Gaby Wiss, Leitungsassistentin Pastoralraum Zug Walchwil

In der Advents- und Weihnachtszeit werden im Rahmen der Aktion «Zuger für Zuger» wieder Lebensmittel gesammelt für Menschen im Kanton Zug, die unter Armut leiden. Sammelorte und -Zeiten finden Sie hier.

Die Aktion läuft vom 30. November bis zum 8. Januar. Es besteht die Möglichkeit, Lebensmittel des täglichen Gebrauchs an Menschen im Kanton Zug zu spenden, die unter Armut leiden. Gesammelt werden Esswaren, die nicht schnell verderblich sind, Putzmittel und Produkte der Körperhygiene.

Die im Jahr 2008 von der «Zuger Woche» und der Gemeinnützigen Gesellschaft Zug (GGZ@Work) initiierte Aktion wird von der katholischen und der reformierten Kirche unterstützt. Sie nehmen die Lebensmittel entgegen, die anschliessend von der GGZ eingesammelt werden. Im Januar verteilt die GGZ die Lebensmittel in Paketen à 7 bis 8 kg an jene Bewohner des Kantons, die über einen Einkaufsausweis beim «Tischlein deck dich» oder beim Caritasladen verfügen.

 

Lebensmittelabgabe bei den katholischen Pfarrämtern

Allenwinden: Mo/Di/Do/Fr: 9.00-11.00.
Baar: Mo-Fr: 8.00-11.45 und 13.30 bis 17.00.
Hünenberg: Mo-Fr: 8.30-11.30 und 13.30-17.00, Mi-Nachmittag geschlossen.
Meierskappel: gem. tel. Absprache.
Menzingen: Mo: 8.30-11.30 und 15.00-18.00, Di-Do: 8.30-11.30.
Neuheim: Mo-Fr: 8.00-11.00.
Oberägeri: Mo-Fr: 9.00-11.30 und Mo/Di/Fr: 13.30-15.30.
Oberwil: Mo/Di/Do/Fr: 8.30-11.30.
Risch: Mo-Fr: 9.00-11.30 und Di, Do, Fr: 14.00-17.00.
Rotkreuz: Mo-Fr: 9.00-11.30 und Di/Do/Fr: 14.00-17.00.
Steinhausen: Mo-Do: 8.00-11.45 und 13.30-17.00.
Unterägeri: Mo-Do: 9.00-11.30.
Walchwil: Mo-Fr: 8.00-12.00, Mo/Di/Do: 13.30-17.00.
Zug, Gut Hirt: Di/Do: 8.30-11.00 und 14.00-17.00, Mi: 8.30-9.45, Fr: 8.30-11.00.
Zug, St. Johannes: Mo-Fr: 8.45-12.00 und 14.00-17.30, Mi-Vormittag geschlossen.
Zug, St. Michael: Mo-Do: 9.00-12.00 und 14.00-17.00, Fr: 9.00-12.00.
Missione Cattolica Italiana Zug: Mo-Fr: 9.00-11.30, Di/Do: 14.00-16.45.

Der Seelsorger Pater Georges Aboud besucht derzeit verschiedene Schweizer Pfarreien, so kürzlich auch die Pfarrei Steinhausen, wo er über die Lage im Nahen Osten berichtete.

Während Jahren galt sein Engagement einer grossen Pfarrei in der syrischen Metropole Damaskus. Jetzt lebt Pater Georges Aboud in Deutschland, wo er sich um arabische Christen bemüht. Das Schicksal der Menschen in Syrien prägt jedoch weiterhin sein Leben. Dieser Tage besuchte er die Pfarrei Steinhausen, wo er von Pfarreileiter Ruedi Odermatt herzlich willkommen geheissen wurde. Der Gastgeber empfahl den Gläubigen, «ein Zeichen der Solidarität mit den verfolgten Christen» zu setzen.

Pater Aboud wurde in seinem Leben immer wieder mit kriegerischen Auseinandersetzungen und Christenverfolgungen konfrontiert. Er wurde im Libanon geboren und musste schon als 13-jähriges Kind erstmals fliehen, als in seiner Heimat an Christen Massaker verübt wurden. 1992 zum Priester geweiht, begann er, sich intensiv um die Gläubigen zu bekümmern. Zuletzt stand er in Damaskus einer Pfarrei mit rund 15‘000 Menschen vor.

Neue Sorgen wegen Inflation und Pandemie

Im Frühjahr 2019 kehrte in Damakus allmählich Ruhe ein. Die Menschen getrauten sich wieder auf die Strassen. Die Schulen wurden aktiviert. Die Spitäler konnten sich wieder vermehrt um Kranke bemühen. Soziale Probleme wie Armut und Arbeitslosigkeit und eine starke Inflation mit dauernder Preiserhöhung der lebensnotwendigen Güter, führen aber immer mehr Menschen in fast ausweglose Situationen. Die Löhne für die Erwerbstätigen befinden sich noch auf gleicher Höhe wie vor Jahren, weshalb sie massiv an Kaufkraft verloren haben.

Im vergangenen März entstanden nebst diesen Sorgen mit der Pandemie noch zusätzliche Belastungen der leidgeprüften Bevölkerung Syriens. Die Spitäler sind für viele nicht mehr bezahlbar. Zudem fehlen Medikamente. Vielerorts sind die Rohstoffe wie Öl und Gas zur Rarität geworden, oder es fehlt der Strom. Durch die Folgen der Pandemie hat sich die Lage drastisch verschlimmert.

Kirche als einziges Licht- und Hoffnungszeichen

Der mit den Verhältnissen in seiner syrischen Heimat bestens vertraute Priester verweist darauf, dass die Zahl der Christen in Syrien in den letzten Jahren stark abgenommen hat, dennoch: «Die meisten syrischen Christen sind immer noch in ihrer Heimat Syrien und wollen nicht auswandern. Sie sind überzeugt, dass ihr Land ein heiliges Land ist», so Pater Georges Aboud, denn «viele Märtyrer haben ihr Leben für Christus in Syrien geopfert». Die Kirche ist das einzige Licht- und Hoffnungszeichen im dunklen Tunnel, in welchem sich die Menschen in Syrien und anderen Nationen des Nahen Ostens befinden. Das Überleben ist jedoch nur dank ausländischer Hilfe möglich. Er dankte dem Hilfswerk «Kirche in Not», welches seit Jahren den bedrängten Menschen beisteht.

 

Stefan Treier

 

Die katholische Kirchgemeine Baar unterstützt das Hospiz Zentralschweiz mit 110’000 Franken. Dies beschloss die Kirchgemeindeversammlung vom 28. September.

Die Höhe der Spende setzt sich zusammen aus einem Beitrag von 5 Franken pro Katholik, wie ihn der Vorstand der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug (VKKZ) seinen Mitgliedern empfohlen hatte, und einer Anschubfinanzierung von 50’000 Franken. «Das Hospiz in Luzern-Littau schafft eine würdige Umgebung für schwer kranke Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt. Mit diesem Beitrag unterstützen wir ein zentrales christliches Anliegen in einer Zeit, in der das Sterben in unserer Gesellschaft immer mehr tabuisiert und verdrängt wird», betonte Kirchgemeindepräsident Thomas Inglin.

Karl Huwyler, VKKZ-Präsident und Mitglied des Beirats der Stiftung Hospiz Zentralschweiz, bedankte sich bei der Versammlung für die grosszügige Unterstützung. Die Institution habe in den ersten Monaten ihres Wirkens bereits ihren hohen Wert unter Beweis gestellt. Neben mehr als 50 Menschen, die hier die letzten Tage und Wochen ihres Lebens in würdiger Atmosphäre verbracht hätten, habe man auch mehr als 300 Angehörige auf ihrem schweren Weg begleitet. Der Aufwand für gerade diese wichtige Aufgabe sei im Vornherein unterschätzt worden.

An der Kirchgemeindeversammlung wurden je weitere 100’000 Franken für gemeinnützige und wohltätige Projekte im In- und Ausland gesprochen. /Mitg.

Im April 2021 findet in der Schweiz zum dritten Mal die «Lange Nacht der Kirchen» statt. Als 11. Kanton wird nun auch Zug mit dabei sein. Sowohl mit der katholischen als auch der reformierten Kirche.

Diakon Markus Burri, Gesamtleiter Fachstellen bei der Katholischen Kirche Zug, informierte am 1. September über die «Lange Nacht der Kirchen». Sie findet am 28. Mai des kommenden Jahres, von 18-24 Uhr statt. Den Kirchen bietet sie die Möglichkeit, sich auf vielfältigste Weise zu präsentieren und mit der Bevölkerung in den Dialog zu treten. So könne beispielsweise der Kirchenschatz gezeigt, Kirchturmbesichtigungen durchgeführt werden oder spirituelle Impulse, Konzerte und Grilladen, regt Markus Burri an. Der Kreativität seien fast keine Grenzen gesetzt.

Spürbare Begeisterung

Bei den anwesenden Pfarreivertreterinnen und -Vertretern kam spürbare Begeisterung auf für die Aktion und das Mitwirken des Kantons Zug. Auch der Vertreter der reformierten Kirche äusserte sich positiv. Er stellte das Vorhaben inzwischen im Pfarrkonvent vor und fand ebenfalls breite Unterstützung.
Die reformierten Bezirke entscheiden bis Ende September, ob sie mitmachen wollen, die katholischen Pfarreien bis Mitte Oktober, wie an der Versammlung beschlossen wurde. Markus Burri teilt inzwischen der schweizerischen Koordinationsstelle die Teilnahme des Kantons Zug an der Aktion mit. Für die künftigen Aktivitäten übernimmt er die Funktion des Koordinators.

www.langenachtderkirchen.ch

Den Pfarreien und Bezirken werden für die Werbung Banner und Give-aways zur Verfügung gestellt. Unterstützend sind kantonale Werbeaktivitäten geplant. Bis Februar 2021 stellen alle Mitmachenden ihr Programm auf die überregionale Website langenachtderkirchen.ch. Dort sind dann jederzeit die Aktivitäten aller Pfarreien schweizweit aufzufinden.

 

Bernadette Thalmann

 

Seit Pfingsten ist die fahrbare Kapelle unterwegs im Ägerital. Am 25. September wurde sie nun in Menzingen durch Bischofsvikar Hanspeter Wasmer feierlich gesegnet, nachdem der bereits für den Frühsommer geplante Anlass wegen Corona abgesagt werden musste.

Bis Sonntag, 11. Oktober 2020, kann die Kapelle in Neuägeri, an der Abzweigung Mühleschwändi, besucht werden. Sie ist von Morgen bis Abend öffentlich zugänglich.
Nächster Standort ist der Gottschalkenberg. Mitg/Bth

 

Fotos von Tim Meyer zur Segnungsfeier

Ferdinand Gehrs Fresken in der Kirche Bruder Klaus in Oberwil sorgten vor gut sechzig Jahren für Zwist im Dorf. Die Bilder mussten jahrelang bedeckt werden. Zwei Zuger Kunstschaffende bringen die Geschichte mit einer multimedialen Inszenierung in die Gegenwart.

Oberwil in den Jahren 1955/56: Eine moderne Kirche wird gebaut, die Kirche Bruder Klaus. Rund, aus Beton. Ferdinand Gehr erhält den Auftrag, im Kirchenraum Fresken zu malen. Nach deren Fertigstellung entflammt ein Streit, die Bevölkerung ist gespalten. Handelt es sich um gotteslästernde Kinderzeichnungen oder um sakrale Kunst, deren Tiefe in der Einfachheit wurzelt? Während Jahren werden die Bilder mit grossen Vorhängen verhüllt. Der «Oberwiler Bilderstreit».

Vor diesem Hintergrund arbeiten derzeit zwei Zuger Künstler an den Vorbereitungen einer multimedialen Inszenierung, mit welcher sie die Geschichte rund um den Oberwiler Bilderstreit mit Projektion, Licht, Musik, Film, Ton und Stimmen in die Gegenwart holen. «Die Ereignisse der 50er Jahre waren der Kulminationspunkt einer Entwicklung, die bereits im Barock eingesetzt hatte», sagt der in Oberwil wohnhafte Projektleiter und Regisseur Daniel Christen. Der Aufbruch nach dem Zweiten Weltkrieg sei zum Teil für die Kirche aber auch für die Bevölkerung als Bedrohung wahrgenommen worden. «Und dann kam Gehr, der mit seinen Bildern ebenfalls in diese Richtung ging. Das war vielen zu viel.»

Gespaltenes Dorf, gespaltene Familien

Gemeinsam mit Michael van Orsouw, der für die Dramaturgie zuständig ist, zeigt Christen die damalige Stimmung und Tiefe multimedial auf. «Zum Schluss kommt der Namenspatron Bruder Klaus zu Wort. «Die Leute sollen verstehen, wie es damals war im Dorf und dass der Bilderstreit sogar zu Zwist innerhalb von Familien führte.»
Um die Geschichte auf unterschiedlichen Wegen erfahrbar zu machen und aufzuzeigen, wie emotional aufgeladen die damalige Situation war, werden mit fünf Beamern Bilder an Wände und Decken projiziert. «Wir zeigen, wie Gehrs Bilder entstanden sind. Auch Zitate von damals werden zu hören sein», sagt Daniel Christen. Der Historiker Michael van Orsouw hat die historischen Aspekte herausgearbeitet. «Viele Menschen waren damals überfordert. Neuartiges lehnten sie ab, weil sie es nicht verstanden.» Ein Verhalten, das heute noch zu beobachten sei. «Wir tragen den Umgang mit Konflikten ins Heute hinein. Und wagen dabei eine moderne Neuinterpretation.»

Aufarbeitung braucht Zeit

Der Projektleiter erklärt, dass eine Sprecherin und ein Sprecher die Geschehnisse von damals linear erzählen werden. Luigi Laveglia, Musiklehrer an der Musikschule Zug, habe für die Projektionen eigens Stücke geschrieben, die er mit Schülerinnen und Schülern während des Abends mit dem Piano, dem Synthesizer, der Orgel und mit Schlaginstrumenten live begleiten werde.

Seit drei Jahren arbeiten Daniel Christen und Michael van Orsouw an den Vorbereitungen für die Inszenierung. Finanzielle Unterstützung erhalten sie unter anderem von den Kirchgemeinden des Kantons Zug. Was Christen festgestellt hat: «Wir hätten das Projekt vor zehn Jahren noch nicht umsetzen können, die Erinnerung an den Bilderstreit hätte damals bei einigen Betroffenen noch zu hohe Wogen geschlagen.» Es bedürfe der Zeit, um gewisse Themen aufzugreifen.

Trailer zum Multimedia-Spektakel ansehen

 

Marianne Bolt

 

 

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