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Ferdinand Gehrs Fresken in der Kirche Bruder Klaus in Oberwil sorgten vor gut sechzig Jahren für Zwist im Dorf. Die Bilder mussten jahrelang bedeckt werden. Zwei Zuger Kunstschaffende bringen die Geschichte mit einer multimedialen Inszenierung in die Gegenwart.

So hat noch keiner die Bruder Klaus Kirche in Oberwil gesehen und erlebt: Das interdisziplinäre Künstlerteam von Kulturspot unter der Leitung von Daniel Christen und Michael van Orsouw inszeniert mit modernsten Mitteln den einstigen Bilderstreit von Oberwil. Projektionen, Musik, Text und Licht werden die damals revolutionär moderne Kirche auf ganz neuartige Weise präsentieren. Die Uraufführungen und die regulären Darbietungen finden vom 11. November bis zum 14. November statt, coronabedingt ein Jahr später als geplant.

Ferdinand Gehr (1896–1996) war damals der bekannteste Kirchenmaler der Schweiz. Er gestaltete das erste Wandbild in Oberwil – und sorgte für einen Sturm der Entrüstung. Beim nachfolgenden Bilderstreit ging es auch um Kunst; doch noch mehr stritt man über die Werte und über die Formen von Modernität. Das sind Themen, die noch heute sehr beschäftigen: Wie gehen wir mit Neuem, mit Veränderung um? Ausgehend vom damaligen Bilderstreit entsteht durch diese Fragen und durch die neuste Technik der Kunstschaffenden eine heutige Auseinandersetzung mit Grundsätzlichem, die ebenfalls faszinierend ist. Und darüber hinaus auch sehr unterhaltsam.

Das Multimediaspektakel «Verhüllt» ist eine einmalige künstlerische Neuinterpretation, die neue Sichtweisen ermöglicht  – auf die Kirche, auf den spezifischen Konflikt, auf Ferdinand Gehrs Kunstwerke und auch auf gesellschaftliche Konfliktbewältigung. Zu den Haupsponsoren des Projekts gehört die Katholische Kirche Stadt Zug. Mitg./bth

Tickets für die Vorstellungen von «Verhüllt» vom Donnerstag 11. November bis zum Sonntag, 14. November finden Sie unter www.verhüllt.ch.
Für den Anlass gilt die Covid-Zertifikatspflicht.

 

 

 

Nach mehr als zwei Jahren Einsatz der Arbeitsgruppe «Grüner Güggel» hat die Kirchgemeinde Unterägeri in einem externen Audit bewiesen, dass sie die Anforderungen an ein kirchliches Umweltmanagement erfüllt.

Die katholische Kirche Unterägeri ist eine von derzeit 34 Institutionen in der Schweiz, die mit dem «grünen Güggel» ausgezeichnet sind. Im Kanton Zug ist sie sogar die einige.
Der Auftrag bestand darin, anhand von 7 Handlungsfeldern mögliche Verbesserungen in die Wege zu leiten:

  • Energie sparen
  • Umbauen und Sanieren
  • Nachhaltig einkaufen
  • Gebäudeunterhalt
  • Veranstaltungen
  • Umgebung gestalten
  • Schöpfungsspiritualität

Einiges davon ist gar nicht so einfach umzusetzen. Nehmen wir das Beispiel Energie sparen. Die Kirchengebäude in Unterägeri stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und hatten ursprünglich gar keine Heizung. Ebenso wenig waren sie isoliert. Trotzdem war auch hier über intelligentes Energiemanagement noch einiges zu erreichen.

Die Kirchgemeinde will sich auf dem Erreichten nicht ausruhen. Das Audit hat Verbesserungspotenzial aufgezeigt. In drei Jahren wird in einem Wiederholaudit gezeigt werden müssen, dass weitere Fortschritte erzielt wurden. Mitg./bth

 

 

An der Gedenkfeier vom 27. September zum Zuger Attentat vor 20 Jahren ist auch Pfarrer Reto Kaufmann aufgetreten. Er sprach über die Wunden und Narben, welche die Gewalttat bei den Menschen hinterlassen hatte.

Das Gedenken fand in der St. Michaelskirche in Zug statt. Es wurde per Livestream übertragen und ist bei SRF weiterhin aufgeschaltet. Während die Politiker – Regierungspräsident Martin Pfister, Kantonsratspräsidentin Esther Haas und Bundespräsident Guy Parmelin – vor allem die Gewalt verurteilten, ihr Mitgefühl ausdrückten und zu Solidarität aufriefen, ging der katholische Pfarrer Reto Kaufmann auf die Wunden ein, die diese Tat bei den Menschen hinterlassen hat.

Ausgehend von Jesu Heilung des Blinden aus dem Markusevangelium hat er folgende Worte an die Betroffenen gerichtet: «Heilt die Zeit Wunden? Ja, die Zeit heilt Wunden. Aber es bleiben Narben zurück. Narben die sichtbar und manchmal auch spürbar bleiben. Narben, die mich immer wieder an das Geschehene erinnern. Und heilt die Zeit auch seelische Wunden?
Wenn mit der Zeit auch diese Wunden verheilen können, so bleiben doch auch gerade hier Narben zurück. Nicht sichtbar wie körperliche Narben. Aber auch sie und gerade sie können weh tun und erinnern an das Erlittene.

In der Geschichte aus dem Markusevangelium wird der Blinde geheilt. Der Heilung aber geht voraus, dass Jesus sich ihm zuwendet. Ihm Zeit schenkt und mit ihm redet. Auch die Berührung ist für den Blinden heilsam. Er spürt, da ist jemand da für mich. Ich werde wahrgenommen, ich bin wichtig. Und indem Jesus ihn von der Masse der Menschen wegnimmt, indem er ihn berührt, kann Heilung geschehen. Und darum schickt er ihn nach Hause. Derselbe Mensch wie vorher und doch ein ganz anderer.

Mit Erfahrungen, Erlebnissen, die unserer Seele Wunden zugefügt haben, müssen wir zunächst alleine klarkommen. Jede und jeder von uns findet hoffentlich ihren, seinen ganz persönlichen Weg. Vielleicht sind es ebenfalls Begegnungen, Berührungen, Gespräche, die helfen. Vielleicht ist es das Alleinsein und das Schweigen. Das Erlebte schmerzt immer wieder. Und trotzdem lebe ich. Oder wie es eine deutsche Dichterin, die selber Opfer von Gewalt wurde, ausdrückt: «Aufrecht gehe ich, auf wunden Füssen. Mit Gottes Stärke im Rücken.»

Wenn wir heute hier sind, 20 Jahre nach dem schrecklichen Ereignis, dann stehen viele von uns auf wunden Füssen. Aber wir stehen – im Leben. Und damit bezeugen wir, dass das Erlebte und Erfahrene als Narbe bleibt, wir aber trotzdem Tag für Tag das Leben wagen. Dazu stärken uns Menschen den Rücken. Mit ihrem Dasein, ihrem Mitgefühlt, mit ihrem Reden und Schweigen. Und mit ihnen ist auch der Gott des Lebens uns Stärke und Zuversicht. Jener Gott, der uns in Jesus Christus heilsam nahegekommen ist.» /kath.ch (rp)

Zum 50-Jahre-Jubiläum des Sozialdienstes St. Martin in Baar hat die Katholische Kirchgemeinde Baar eine Festschrift herausgegeben. Diese stellt die Angebote des Sozialdienstes vor und zeigt, wie er im Netzwerk agiert. Die Festschrift kann kostenlos bezogen werden.

Was ist Diakonie eigentlich? Welche Aufgaben nimmt der Sozialdienst St. Martin wahr? Welches sind derzeit die grossen Herausforderungen? Auf diese und viele andere Fragen geht die Festschrift ein. In einem Gespräch entwickeln Stefan Horvath, Leiter Sozialdienst St. Martin, und Kirchgemeindepräsident Thomas Inglin Ideen und Visionen für die kirchliche Sozialarbeit von morgen.
Die Festschrift kann kostenlos im Pfarreisekretariat St. Martin und auf der Verwaltung der Katholischen Kirchgemeinde Baar bezogen werden.

Hier können sie die elektronische Version der
Festschrift 50 Jahre Sozialdienst St. Martin herunterladen.

Lesen Sie auch den Artikel zum Jubiläumsfest Wir teilen unsere Früchte mit Benachteiligten

 

 

Seit 50 Jahren unterstützt der Sozial- und Beratungsdienst der Pfarrei St. Martin in Baar Menschen in Notsituationen und bei der Bewältigung von Alltagsproblemen. Stefan Horvath, Leiter der Institution, gibt Ein- und Ausblicke in seine Arbeit.

Stefan Horvath, weshalb leistet die Kirche überhaupt Sozialarbeit?
Die Diakonie gehört neben der Liturgie und der Verkündigung zu den drei Grundvollzügen der katholischen Kirche. Sie beinhaltet das soziale Engagement sowohl für Einzelpersonen, Gruppen wie auch für die Gesellschaft aus einer christlichen Grundhaltung heraus. Tragende Grundwerte sind Solidarität, Anteilnahme und Wertschätzung. Im Blickwinkel sind körperliches, geistiges und seelisches Wohlbefinden der Menschen.

In welchen Bereichen ist der Sozialdienst St. Martin tätig?
Die Sozialberatung unterstützt in komplexen und schwierigen Lebenssituationen, bei Budget-, Sucht-, Beziehungs- und psychischen Problemen. Hier klärt der Sozialdienst St. Martin vorgängig ab, welche Leistungen benötigt werden und wer entsprechend helfen kann. Ein wichtiger Bereich ist die Vernetzung mit anderen sozialen Organisationen, beispielsweise dem Sozialdienst der Gemeinde Baar, der Schuldenberatung von Triangel, der Pro Senectute, der Pro Infirmis usw.
Bei der Passanten- oder Nothilfe geht es darum, sofort und unbürokratisch Lösungen zu finden. Das kann mit Lebensmittelgutscheinen für den Caritas Laden sein, oder auch mit der Suche nach einer kurzfristigen Notunterkunft. Zusätzlich sind wir in der Lage, eine Notwohnung für drei bis maximal 6 Monate günstig zur Verfügung stellen zu können.

Was ist das Besondere an kirchlicher Sozialarbeit?
Die kirchliche Sozialarbeit kann unbürokratisch, schnell und innovativ auf aktuell entstehende soziale Nöte eingehen. Unsere Anlaufstelle arbeitet niederschwellig und ist für verschiedenste Anliegen offen. Die Beratungen sind kostenlos und werden von der katholischen Kirchgemeinde finanziert. Alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Religion, politischer Gesinnung und Weltanschauung, dürfen bei uns anklopfen. Wir hören zu, nehmen wahr, suchen, handeln, vermitteln und vernetzen. Staatliche Institutionen haben den Auftrag, zu versorgen. Die Kirche hingegen leitet ihren Auftrag von der aktiven Nächstenliebe ab. Wir fühlen uns verpflichtet, Menschen in erschwerten Lebenssituationen beiseitezustehen. Eine unserer Stärken sind die vielen und in verschiedenen Bereichen tätigen Freiwilligen. Sie unterstützen und übernehmen zahlreiche Aufgaben. Ohne sie wäre das heutige umfassende Angebot niemals möglich.

Mit welchen Anliegen kommen derzeit Menschen zur Sozialberatung?
Einsamkeit, Isolation, finanzielle Sorgen, Orientierungslosigkeit und Verunsicherung sind aktuell wichtige Themen. Mit Corona hat sich einiges noch zugespitzt. Diese erschwerten Lebensumstände entstehen zum Teil aus dem Spardruck bei den Sozialversicherungen, durch Langzeitarbeitslosigkeit und nicht zuletzt durch die Schwierigkeit, in unserer Gegend zahlbaren Wohnraum zu finden. Unsere Kirchgemeinde engagiert sich auf verschiedenen Ebenen, um dieser Problematik entgegen zu wirken.

Nach welchen Prinzipien arbeitet der Sozialdienst St. Martin?
Wir halten uns an die Berufsethik der sozialen Arbeit in der Schweiz von AvenirSozial. Dazu zählen insbesondere die Einhaltung der Schweigepflicht, reflektiertes und professionelles Handeln sowie die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips. Dabei geht es nicht ausschliesslich darum, an uns herangetragene Erwartungen zu erfüllen, sondern die Anliegen in einem grösseren Kontext zu sehen. Wichtig ist uns auch, dass die Person, die beraten wird, in die Lösungsfindung miteinbezogen wird. Idealerweise entdeckt sie im Gespräch selbst mögliche Wege. Es geht also um Hilfe zur Selbsthilfe.
Die ökumenische Zusammenarbeit ist bei uns in Baar ein weiteres wichtiges Prinzip. Das gemeinsame Wirken mit Bruno Baumgartner, dem Sozialdiakon der reformierten Kirche Baar funktioniert sehr gut.

Gibt es auch eine Zusammenarbeit mit den anderen beiden kirchlichen Sozialdiensten im Kanton, dem Zuger Leuchtturm und dem Sozialdienst Cham-Hünenberg?

Im Rahmen der SoHo (Sozialtätigenhöck) tauschen wir uns regelmässig aus. Im Sechswochen- Rhythmus finden gemeinsame Sitzungen statt. Jährlich am Diakoniesonntag im November sammeln wir gemeinsam für ein soziales Projekt im Kanton Zug Geld. Dieses Jahr ist die Diakoniesonntagskollekte für die „Herberge für Frauen“ in Zug vorgesehen.
Auch der interne Austausch im Pfarreiteam ist mir sehr wichtig. Der Diakonie nach innen und einer transparenten Kommunikation messe ich grosse Bedeutung zu. Zu wissen, woran andere arbeiten fördert das Gemeinschaftsgefühl, und wir können einander wertvolle Inputs geben.

Der Sozialdienst ist ein Ein-Mann-Betrieb. Reichen die Kapazitäten aus?
Unser Sozialdienst wurde immer durch viele Freiwillige aus der Pfarrei mitunterstützt. Die Leitung und Koordination nahm ich mit einem Pensum von 100 Prozent wahr. Um der erhöhten Nachfrage nach unseren Leistungen gerecht zu werden, hat der Kirchenrat nun eine Stellenprozenterhöhung bewilligt. Seit dem 1. August 2021 verstärkt Christine Vonarburg mit 70 Stellenprozent unser Team. Sie engagiert sich primär in Projekten der Altersarbeit, der Freiwilligenkoordination und auch in der Sozialberatung.

Was ist für die Zukunft geplant?
Diakonie ist für uns der Blick aufs Ganze. Ich möchte im Rahmen der Gemeinwesenarbeit mehr Orte für Begegnung schaffen. Unsere Kirche soll dort präsent sein, wo die Menschen sind und ihre Sorgen, Ängste, Nöte und Freuden wahrnehmen. An Dorffesten, beispielsweise mit einer eigenen Beiz, oder in Quartieren. Beim Brunnen vor dem Pfarreiheim sollen einladende Tische und Stühle stehen, bei schönem Wetter zusätzlich ein Sonnenschirm und eine Kaffeemaschine.
Darüber hinaus soll die Betreuung, Förderung und das Coaching der vielen Freiwilligen intensiviert werden. Auch der Netzwerkarbeit möchte ich noch mehr Gewicht geben.

 

Interview: Bernadette Thalmann

 

Sozialdienst St. Martin feiert 50-Jahre-Jubiläum:

Samstag, 28. August
Präsenz mit einem Stand am Baarer Wochenmarkt

Sonntag, 29. August, 10.45 Uhr
Schuleröffnungsgottesdienst mit anschliessendem Pflanzen und Einweihen des Jubiläum-Apfelbaumes und einem Fest für die Bevölkerung.

Freitag, 22. Oktober
Netzwerkanlass mit anderen Fachstellen, Partnern und Politik

Details finden Sie auf www.pfarrei-baar.ch

 

Mitten in der Stadt Zug, in der Bauhütte nahe der St.-Oswald-Kirche, eröffnet anfangs September ein Seelsorgecafé als Ort der Begegnung und Beratung. Jeder und jede ist willkommen und es besteht kein Konsumationszwang.

Da das Café kein Gastrobetrieb ist, gibt es in der Bauhütte nur kleine Snacks und Kuchen. Dazu serviert das ehrenamtlich tätige Cafeteria-Team ein feines Getränk. Beliebt sind die Kaffeemischungen und das Teesortiment. Als Gäste sind alle willkommen, unabhängig von Alter, Beruf, Interessen oder Religion. Im Café treffen sich Menschen, um zu plaudern, sich auszuruhen, im idyllischen Garten ein Buch zu lesen oder auch einfach, um nicht allein zu sein.

Fachperson aus dem Seelsorgeteam anwesend

Wer gerne ein persönliches Anliegen besprechen möchte, kann sich an die anwesende Fachperson aus dem ökumenischen Seelsorgeteam wenden. Das Gespräch ist kostenlos und anonym. Es kann spontan, also ohne Voranmeldung, oder auch zu einem vereinbarten Zeitpunkt stattfinden. Themen aller Art können besprochen werden. Für vertrauliche Gespräche steht ein separater Raum zur Verfügung und das Seesorgeteam untersteht der beruflichen Schweigepflicht. Bei Bedarf können auch mehrere Gespräche stattfinden. Nicht möglich in diesem Rahmen ist jedoch eine Langzeitberatung oder -therapie. Das Seelsorgeteam kann aber eine längerfristige Begleitung vermitteln.

Ein motiviertes Freiwilligenteam

Bereits steht der Bauhütte ein motiviertes Team zur Verfügung. Die 20 Mitglieder des Cafeteria-Teams engagieren sich in der Regel einen halben Tag pro Woche ehrenamtlich als Gastgeberin oder Gastgeber. Interessierte melden sich bitte bei: michèle.bowley@kath-zug.ch.
«D’Bauhütte – das Café für Begegnung und Beratung» ist ein Angebot der katholischen Kirchgemeinde Stadt Zug, der reformierten Kirche Kanton Zug und der CityKircheZug. Mitg./bth

Mehr Informationen auf www.cafe-bauhuette.ch oder www.facebook.com/cafebauhuette

 

Mit viel Wetterglück fand am 28. Mai die erste «Lange Nacht der Kirchen» im Kanton Zug statt. Das abwechslungsreiche Programm der Pfarreien und Kirchgemeinden zog rund 2’000 Besucherinnen und Besucher an.

An der dritten «Langen Nacht der Kirchen» nahmen nebst Zug auch die Kantone Aargau, Bern, Jura, Solothurn, Baselland, Zürich und Graubünden teil. Rund 30‘000 Männer, Frauen und Kinder besuchten Anlässe in den mehr als 470 teilnehmenden Pfarreien und Kirchgemeinden schweizweit. Vor Ort konnte kostenlos erlebt werden, was es heute bedeutet, Kirche zu sein.

«Überaus beglückender Abschluss»

«Eine mit vielen Unsicherheiten geprägte Vorbereitungszeit hat zu einem überaus beglückenden Abschluss geführt» sagt Markus Burri, Projektleiter der «Langen Nacht» bei der katholischen Kirche. «Der Himmel war uns ebenfalls wohlgesinnt und bescherte den ersten Sommerabend.» Was er selbst erlebt hat und zu hören bekam, ist durchwegs positiv: Gute Stimmung, genussvolles Hören und Staunen, aufmerksames Dabei-sein, lustvolles Mitgestalten und Geniessen des Angebotenen.
«Es war eine wirklich gelungene lange Nacht» bestätigt auch Manuel Bieler, Projektleiter der reformierten Kirche. Die Zahl der Besucherinnen und Besucher schätzen die beiden auf ca. 2’000 Personen ein. Sie stützen sich dabei auf mitgeteilte Teilnehmerzahlen verschiedener Pfarreien und Kirchgemeinden sowie eigene Schätzungen. Freude hat ihnen auch das vorgängige Interesse der Medienschaffenden gemacht, die vom Engagement der Kirchen und den vielfältigen Angeboten beeindruckt waren.

Für alle etwas

Das Programm war mit rund 100 verschiedenen Angeboten erfrischend reichhaltig. So wurden musikalische Darbietungen und Lasershows genossen, Kirchtürme bestiegen und Kirchenschätze bestaunt. Humorvolles hatte ebenso Platz wie Besinnliches. Entsprechend gemixt war das Publikum. Mit dabei waren Kinder, junge Familien, aber auch ältere Menschen.

 

Medienmitteilung der reformierten und der katholischen Kirche im Kanton Zug vom 4. Juni 2021

 

Hier ein paar Bildimpressionen zum Nachgeniessen
(ein Bild anklicken und alle Bilder in Grossformat ansehen):

Judith Stadlins Action Lesung „Häschtääg Zunderobsi“ in Hünenberg | © Nina Hübscher
Schaurige und gfürchige Geschichten für Erwachsene am Feuer in Hünenberg | ©Nina Hübscher
Bezaubernde Komik von Olli Hauensteins «Clown-Syndrom» in Oberägeri
Bezaubernde Komik von Olli Hauensteins «Clown-Syndrom» in Oberägeri
Rémy Frick spürte in Oberägeri dem Humor in Kirche und Bibel nach
Katja Huber an der Orgel in Oberägeri
Schnuppern auf der Orgelampore St. Michael in Zug
Beeindruckende Lasershow in Menzingen
Beeindruckende Lasershow in Menzingen
Die «Girovaganti» mit fetziger Musik im Klostergarten der Gemeinschaft der Seligpreisungen
Konzertbesucher im Klostergarten der Gemeinschaft der Seligpreisungen
Magnetpunkt Liebfrauenkirche Rotkreuz
Maiandacht in Cham
Orgelkonzert in Cham

 

Die Pfarrei Gut Hirt setzt ein Zeichen gegen das Vergessen der Opfer von Corona. In einem generationenübergreifenden Projekt haben Kinder und Erwachsene über 10’000 Papiertauben gefaltet, die nun in der Gut Hirt Kirche hängen.

Seit mehr als vierzehn Monaten hält uns die Corona-Pandemie im Griff, hat unser Leben grundlegend geprägt und verändert. Mittlerweile haben sich viele infiziert, die meisten kennen Menschen aus ihrem Umfeld, die an Covid-19 erkrankt sind. Nicht wenige mussten sich von einem lieben Menschen verabschieden. Gut 10’800 Menschen in der Schweiz und Liechtenstein sind bis heute verstorben.

«Wir haben uns schon weitgehend an die Zahlen und Opfer gewöhnt, sind müde von den uns abverlangten Einschränkungen, sehen uns nach einer gewissen Normalität, wenigstens ein Stück weit. Deshalb wollten wir in unserer Pfarrei ein Zeichen setzen gegen das Vergessen», sagt Pfarrer Urs Steiner. «In enger Zusammenarbeit mit Good Shepherd’s und kroatischen Freunden haben wir ein Projekt gestartet, in dem kleine Kinder, Schüler, Familien, Einzelpersonen und selbst Pensionäre des Betagtenzentrums Neustadt über 10’000 Papiertauben in der Origami-Technik gefaltet haben. Während drei Tagen haben danach wiederum unzählige, fleissige Hände diese an das Netz gehängt, welches jetzt über unseren Köpfen in der Gut Hirt Kirche hängen».

Die Idee fand Urs Steiner in der Ripon Kathedrale in York/UK. Die Verantwortlichen haben ihm das Ok gegeben, die Idee auf seine Weise umzusetzen. «Kommen Sie und sehen Sie selber, es ist sehr berührend». Mitg./bth

 

Am 28. Mai wird im Kanton Zug erstmals die ökumenische Aktion «Lange Nacht der Kirchen» stattfinden. Die katholische und die reformierte Kirche laden die Bevölkerung ein, zwischen 18 und 24 Uhr an diversen Veranstaltungen teilzunehmen.

Markus Burri, Sie sind der kantonale Koordinator der Aktion auf katholischer Seite. Was hat die Pfarreien zur Teilnahme bewogen?

Die Aktion ist eine grosse Chance für die Kirche, neue Kontakte zu knüpfen und ihr vielfältiges Engagement zu zeigen. Die Pfarreien haben ein umfassendes Reservoir an Angeboten und Attraktionen, so dass sie trotz der Restriktionen wegen Corona noch einiges zu bieten haben.

Welche konkreten Ziele möchten Sie mit der Teilnahme erreichen?

Ich bin überzeugt, dass diese Aktion eine Ausstrahlungskraft über den Kreis der aktiven Kirchenmitglieder hinaus hat. So kann die Nacht zu einem positiven Image der Kirche beitragen. Gerade jetzt, wo wir wegen Corona viele Einschränkungen hinnehmen müssen, kann diese Aktion ein starkes Zeichen sein. Denn die Kirchen ermöglichen im Rahmen des Machbaren ein Miteinander.

Was erwartet die Besucherinnen und Besucher der «Langen Nacht»?

Die Pfarreien und Kirchgemeinden werden Attraktivitäten aus ihrem kulturellen Schatz öffentlich zugänglich machen. Am frühen Abend richten sich verschiedene Angebote an Familien und ihre Kinder. Sie können biblische Geschichten oder Musik hören, auf Schatzsuche gehen, Brot backen und vieles mehr. Attraktiv sind auch die geführten Besichtigungen zu Kirchenschätzen, Kirchtürmen oder Kunstwerken wie Glasfenstern. Daneben gibt es eine Fülle von Konzerten, Licht- und Musikshows, Verköstigungen mit Suppen oder Süssigkeiten. Auch Angebote, die das Glaubensleben ansprechen, kommen nicht zu kurz, sei es im praktischen Tun, durch das Hören von mystischen Menschen oder im Raum der Stille.

Wie lange dauert die «Lange Nacht»?

Offiziell starten die Veranstaltungen am 28. Mai um 18.00 Uhr und dauern bis Mitternacht. Es kann aber sein, dass die eine oder andere Pfarrei die Zeiten etwas anderes setzt. Unter www.langenachtderkirchen.ch sind schweizweit alle Veranstaltungen der teilnehmenden Pfarreien aufgeführt und jederzeit einsehbar.

Macht Corona die Planung dieses Events nicht enorm aufwändig?

Generell sind die Gemeindeleitenden und die Mitarbeitenden durch die Pandemie-Situation enorm gefordert. Die stets vorhandene Ungewissheit erschwert das Pfarreileben. Dauernd muss neu geplant und umorganisiert werden. Die «Lange Nacht der Kirchen» wird zweifelsohne noch einen Zusatzaufwand mit sich bringen. Die Pfarreien sind aber bereit, diesen zu leisten, um damit ein Zeichen hin zur Normalität zu setzen.

www.langenachtderkirchen.ch

 

Interview Bernadette Thalmann

 

Pfarrer Kurt Schaller wird ab dem 1. Advent 2021 (27./28. November) neu die Pfarrei Gut Hirt sowie Good Shepherd’s, die katholische Gemeinschaft von englischsprachigen Personen, leiten. Er tritt die Nachfolge von Urs Steiner an, der in Pension geht.

Kurt Schaller ist derzeit Leiter des Pastoralraums Emmen Rothenburg und Pfarrer in den Pfarreien Gerliswil und Bruder Klaus. Er freut sich auf die kulturelle Vielfalt in Gut Hirt und Good Shepherd’s und die Zusammenarbeit im Pastoralraum Zug Walchwil. Die Kirchgemeinde heisst Kurt Schaller bereits heute herzlich willkommen.

Urs Steiner hat sich während 18 Jahren für die Pfarrei Gut Hirt engagiert und geht mit 67 Jahren in Pension. Er wird am 26. September um 9.30 Uhr anlässlich eines Gottesdienstes in der Kirche Gut Hirt verabschiedet. Mitg/bth

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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