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Mit der Advents-Aktion «Lichtblick 24x24x24» gibt die Pfarrei Oberägeri dem Licht in diesem herausfordernden Jahr an 24 Tagen, während 24 Stunden und an 24 Orten in der Pfarrei einen besonderen Platz.

Diakon und Gemeindeleiter Urs Stierli erklärt die Idee hinter der Aktion des Seelsorgeteams so: «Lichtblicke sind Momente, in denen wir stimmige Antworten auf Fragen finden, Begegnungen mit Menschen, die uns berühren oder wenn sich der Himmel einen Moment für uns öffnet. Genau diese Lichtblicke brauchen wir in unserem Leben. Sie stärken und beschenken uns und lassen uns hoffnungsvoll unterwegs sein.»

Zu den geplanten Lichtblicken gehören beispielsweise:

  • Brennende Lichter. Einzelpersonen und Familien sorgen dafür, dass in ihrem Garten, auf ihrem Balkon, vor dem Küchenfenster oder an einem öffentli­chen Ort während der ganzen Adventszeit ein Licht brennt – ein Licht, das die Dunkelheit erhellt.
  • drei Roratefeiern in der Pfarreikirche Oberägeri, die von mehrerern hundert Kerzen erhellt sein wird.
  • Adventsfenster, die Einzelpersonen, Familien, Vereine und Schulklassen kreativ gestalten.
  • Familienprogramme wie die Adventseröffnung in der Pfarrkirche Oberägeri, die Fortsetzung der Adventsgeschichte jeden Sonntag in allen drei Kirchen der Pfarrei, Adventskalender mit Impulsen und ein Schaufenster mit Krippenfiguren hinter dem Coop, in dem wechselnde Adventsszenen dargestellt werden.
  • die.kapelle, in der an drei Mittwochabenden jeweils eine Person des Seelsorgeteam zum Anzünden eines Kerzleins und zum persönlichen Austausch einlädt.

Auch Pfarreimitglieder und Besuchende können Lichtblicke setzen. In der Pfarreikirche Oberägeri sowie den Kirchen Alosen und Morgarten stehen Lichtblick-Wände mit Zetteln bereit. Dort können persönliche Lichtblicke festgehalten werden. Sie sollen gegenseitig bestärken, damit alle mit Hoffnung und Zuversicht Weihnachten erwarten können.

www.pfarrei-oberaegeri.ch

 

Bernadette Thalmann

 

 

 

Thomas Rey, Pfarrer von Cham, feiert heuer sein 30-jähriges Priesterjubiläum. Im Interview gibt er Einblicke in die schönen, aber auch schwierigen Seiten des Priesterseins.

Was wollten Sie werden, bevor Sie sich dazu entschieden hatten, Priester zu sein?

Arzt oder Lehrer.

Wann haben Sie Ihre Berufung gespürt und was gab den Ausschlag dazu?

Es gab kein Schlüsselerlebnis, das mir zu einer blitzartigen Erkenntnis verhalf. Ich war einfach sehr gerne Ministrant und hatte Freude an der Liturgie. Ein Priester von Basel sprach mich dann einmal darauf an, ob ich nicht Priester werden möchte. Schon zu Gymnasialzeiten hatte ich einen Klassenkameraden, der dann reformierter Pfarrer wurde. Wir waren beide fasziniert von der Idee einer paritätischen Kirche mit zwei Kanzeln − für jeden Konfessionsvertreter eine…

Wo haben Sie Ihre Priesterlaufbahn gestartet?

In Ebikon, als Vikar. Ich war fünf Jahre dort und hatte Gelegenheit, viele praktische Erfahrungen zu sammeln.

Seit wann wirken Sie nun in Cham?

Seit 2004, und ich fühle mich sehr wohl hier.

Was ist für Sie besonders schön am Priestersein?

Ich feiere gerne die Eucharistie und habe Freude daran, die Sakramente zu spenden. Sie bieten jeweils auch die Chance für persönlichen Kontakt. Die Krankensalbung und die Beichte sagen mir besonders zu, da vertiefte Gespräche hier am ehesten möglich sind. Die Beichte empfinde ich auch für mich selbst bereichernd, im Sinne eines Beichtspiegels.

Welches bewegende Erlebnis werden Sie nie vergessen?

Vor rund 10 Jahren war ich auf einer Pilgerreise nach Israel, mit Jugendlichen aus unserer Pfarrei und einer Gruppe aus der Gemeinschaft der Seligpreisungen. Wir besuchten die biblischen Orte und hatten tolle Begegnungen. Mit vielen habe ich bis heute Kontakt.
Ein weiteres prägendes, wenn auch trauriges Erlebnis hatte ich während meiner Zeit als Spitalseelsorger in Luzern. Es gab einen Mordfall. Hintergrund war eine gescheiterte Beziehung. Ich wurde zum Einsatz am Tatort gerufen und erfuhr, mit wie vielen Ohnmachtsgefühlen Notfallseelsorge verbunden sein kann.

Was empfinden Sie als schwierig in Ihrem Leben als Priester?

Ich bedaure die zunehmende Intoleranz innerhalb der Kirche. Meinungsverschiedenheiten werden vermehrt militant und verbissen ausgetragen. Das mag ich ebenso wenig wie stereotype Vorstellungen von der Kirche.

Erleben Sie auch öfters Einsamkeit?

Ja. Sie wird mir vor allem dann bewusst, wenn ich nach Hause komme von einer längeren Zeit schöner Gemeinsamkeit. Ich denke beispielsweise ans Jungwacht-Blauring-Sommerlager, das ich immer gerne begleite. Aber dieses Problem haben andere Singles auch. Ich weiss, dass ich mich entsprechend organisieren muss.

Wohin sollte sich die Katholische Kirche hinbewegen und welchen ersten Schritt dahin wünschen Sie sich?

Die Kirche neigt dazu, von ihrer Kernaufgabe abzukommen und sich zu verzetteln. Wir reden viel zu oft von Strukturen, der Rolle der Frauen, vom Zölibat. Auch mir sind diese Themen wichtig, aber sie haben nicht Priorität. Priorität hat Jesus Christus, die Nähe zu ihm und die Verkündigung des Glaubens an ihn.

Was möchten Sie in Ihrer Pfarrei gerne noch verändern?

Auch hier suche ich nicht in erster Linie grosse Veränderungen, sondern richte den Fokus auf Christus. Ich möchte die Beziehung der Menschen zu Gott stärken. Das mache ich primär mit den Sakramenten und der Vorbereitung darauf. Mein Ziel ist, den Menschen das Rüstzeug mitzugeben, um ihren Glauben selbst in die Welt hinauszutragen.

 

Interview: Bernadette Thalmann

 

«In Zeiten von Corona hat sich deutlich gezeigt, wie nützlich die neuen Pastoralraumstrukturen sind», resümiert Gaby Wiss, Leitungsassistentin Pastoralraum Zug Walchwil.

Kräfte zu bündeln und Ideen auszutauschen, war während der Corona-Krise ganz besonders wichtig: Die Religionslehrpersonen haben ihre Materialien auf einer Plattform hinterlegt, im Fachbereich Altersarbeit wurden Mutmachbriefe zugänglich gemacht, im Fachbereich Jugendarbeit Konzepte erarbeitet, die sogar auf Bistumsebene eingesetzt wurden, Pfarrer und Gemeindeleiter haben miteinander über die Möglichkeiten der Umsetzung des Schutzkonzeptes in den Gottesdiensten gesprochen, die Sekretariate haben von gemeinsamen Texten fürs Pfarreiblatt profitiert und die Sakristane haben Schilder, Kordeln und Desinfektions-Spender montiert. Und von St. Johannes Zug bis St. Johannes Walchwil wurden gemeinsame digitale Tagesimpulse verfasst: Für jeden Sonntag und Feiertag sprach ein Pfarrer oder Gemeindeleiter ermutigende Worte zu den Gläubigen im ganzen Pastoralraum, nachzulesen unter www.przw.ch.

Vielleicht sagen Sie: Davon habe ich gar nichts gemerkt! Das ist auch gut und richtig so. In Ihrer Pfarrei sehen Sie Ihre Bezugspersonen. Es sind die Menschen, die Ihnen vertraut sind. Die Pfarreiseelsorgenden können sich Ihnen mehr zuwenden, weil nicht jede/r das Rad neu erfinden muss, sondern gemeinsam nach sinnvollen Lösungen gesucht wird. Und trotz Absprachen ist es kein Einheitsbrei. Jede Pfarrei hat ihren eigenen Charakter – und das soll auch so bleiben.

 

Gaby Wiss, Leitungsassistentin Pastoralraum Zug Walchwil

 

Die Seelsorgenden in den Zuger Pfarreien sind trotz der Pandemie für ihre Mitglieder da und unterstützen insbesondere die Risikogruppen. Dies mit viel Kreativität und auf neuen Kommunikationskanälen.

Die meisten Kirchen und Kapellen stehen offen. Der Walchwiler Gemeindeleiter Ralf Binder achtet darauf, dass die Türe zur Pfarreikirche just so weit geöffnet ist, dass die Besuchenden die Falle nicht zu berühren brauchen. Die Pfarrei Baar teilt mit, dass die Türfallen regelmässig desinfiziert werden.
Gottesdienste werden in vielen Pfarreien still, also ohne Publikum gefeiert. Christof Arnold, Gemeindeleiter Menzingen und Neuheim: «Wir beten auch für die Anliegen der Pfarreiangehörigen. Sie können ihre Wünsche per E-Mail oder telefonisch mitteilen.
In der Kirche St. Oswald liegen die liturgischen Texte für die stille Messe am Sonntag jeweils vor dem Altar, informiert Reto Kaufmann, Pastoralraumleiter Zug Walchwil. Er lädt die Besuchenden der Kirche zudem ein, Einträge in das Dank- und Sorgenbuch zu machen.

Umstellung auf Telefonseelsorge

In den Pfarreien ist jetzt Seelsorge per Telefon angesagt. Zum einen rufen sie die Menschen über ihre Webseiten auf, sich zu melden, wenn sie ein Gespräch wünschen, zum andern wirken sie proaktiv, wie Ralf Binder. Er verbringt den Tag vorwiegend damit, die Mitglieder seiner Walchwiler Gemeinschaft zu kontaktieren, damit er weiss, ob sie wohlauf sind oder allenfalls Unterstützung brauchen.
Unterstützung benötigen jetzt vor allem ältere und kranke Menschen. Für sie haben die meisten Pfarreien einen Einkaufsservice organisiert, der per Telefon bestellbar ist. Zum Teil arbeiten sie dazu mit anderen Organisationen zusammen, die Pfarrei Cham beispielsweise mit KISS, der Organisation für Nachbarschaftshilfe.

Impulse via Youtube und Whatsapp-Gottesdienste

Neue Wege in der Kommunikation geht Berhard Lenfers, Gemeindeleiter St. Johannes in Zug: Auf Facebook ist die Pfarrei schon länger präsent. Jetzt in der Krise betet er jeden Morgen von 6.15 – 7.00 Uhr in der Kirche. Daraus entsteht ein täglicher Impuls von zwei bis fünf Minuten aus der Stille, den er anschliessend auf Youtube freischaltet. Hier der Impuls «Für das Leben eintreten»: Wort aus der Morgenstille 6 vom 24.03.20.

Einen ersten Whatsapp-Gottesdienst hat die Pfarrei Baar am vergangenen Samstag durchgeführt. Weitere finden am 4. und 11. April statt. Wer mitmachen will, meldet sich jeweils bis Freitag 12 Uhr auf T 079 759 96 56 an und wird dann Mitglied einer Gruppe, die kurz vor Beginn des Gottesdienstes zur Teilnahme aufgerufen wird. Ein spannendes Gruppen-Erlebnis, denn die Teilnehmenden sind live mit dabei und hören auch die Antworten des Publikums.

Sich gegenseitig Mut machen und einander helfen

Die Stimmung in den Pfarreien ist grundsätzlich gut. «Alle haben Fragen und Unsicherheiten. Aber wir versuchen, einander zu unterstützen und uns gegenseitig Mut zu machen», sagt Reto Kaufmann. Mut machen wollen beispielsweise Hoffnungsworte von Seelsorgenden auf den Homepages der Pfarreien im Pastoralraum Zug Berg, oder auch die Teilnahme an der schweizweiten «ökumenischen Aktion» des Kerzen-Anzündens.
Dankbar für Unterstützung aus den Pfarreien ist derzeit Roland Wermuth, Leiter Spitalseelsorge im Zuger Kantonsspital. Er und sein Team machen Besuche am Krankenbett nur noch auf Anfrage durch das Pflegepersonal oder wenn bei der Telefonseelsorge deutlich wird, dass ein Besuch sehr erwünscht ist. «Wir rechnen mit einem Anstieg des Bedarfs an Seelsorge und sind daran, einen ausserordentlichen Pikett-Dienst rund um die Uhr einzurichten, um auch dem Pflegepersonal und den Angehörigen eine Stütze zu sein». Erste Zusagen für Unterstützung hat er bereits erhalten.

Viel Kreativität

Auf der Suche nach Wegen, in der Krise zu unterstützen, sind die Pfarreien kreativ. Im Chilemattgarten in Steinhausen findet derzeit ein Saatgut-Teilen statt. Man darf aus einer Kiste mitnehmen, was man will und reinlegen, was man übrig hat. Wer Lust hat, kann sich per E-Mail für eine Suppen- oder Risottomahlzeit an Gründonnerstag anmelden, die dann nach Hause, in den Milchkasten, geliefert wird.
Das Oberwiler Pfarreiteam meldet sich zweimal wöchentlich mit dem «Oberwiler Sendebrief», als «Zeichen der Verbundenheit». Er enthält aktuelle Informationen über lokale Initiativen und spirituelle Impulse. Wer dem Pfarramt seine Postadresse oder E-Mail mitteilt, gehört mit zu den Empfängern.
Die Pfarreien Hünenberg und der Pastoralraum Zug Berg unterstützen Religionslehrpersonen beim Kontakt mit ihren Schülern. Pastoralraumleiter Urs Stierli nennt als Beispiele «eine persönlich gestaltete Karte/Brief an die Schüler mit Bezug zu einem behandelten Thema (2.-6. Klasse)» oder einen «Whatsapp-Infokanal Religion, mit Texten, Bildern Filmen und Aufgaben (Oberstufe)».
Die Pfarrei Hünenberg rief zudem die Familien ihrer Gemeinschaft zum Mitbasteln an einer Osterüberraschung auf. So können ab morgen Freitag rund 200 Geschenksäckli in der Pfarreikirche abgeholt oder auf Nachricht ans Pfarramt nach Hause ausgeliefert werden.

 

Bernadette Thalmann

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