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Eigentlich hätte die fahrbare Kapelle am Stand der katholischen Kirche an der Zuger Messe stehen sollen. Doch findet diese auch in diesem Jahr nicht statt. So geht die Kapelle nun auf Tour – durch den ganzen Kanton.

«Die Kirche geht zu den Menschen, wenn die Menschen nicht zu ihr kommen können», sagt Franz Lustenberger, Leiter der Projektgruppe und Präsident des Seelsorgerats. «In schwierigen Zeiten gilt das ganz besonders. Die Kirche will unterstützen, wo immer sie kann.»

Vom Samstag, 23. Oktober bis Sonntag, 31. Oktober 2021, ist die fahrbare Kapelle vom Pastoralraum Zug Berg unterwegs im ganzen Kanton. Sie startet beim tiefstgelegenen Kloster Frauenthal und beendet ihre Tour beim höchstgelegenen Kloster Gubel. Dazwischen macht die Kapelle Halt in verschiedenen Gemeinden, meist auf Plätzen mit hoher Publikumsfrequenz, jeden Tag an einem anderen Ort.

Jeweils von 11.30 Uhr bis 20.00 Uhr sind lokal tätige Seelsorgende anwesend, die sich ganz den Besucherinnen und Besuchern widmen. Sie freuen sich auf den Austausch mit ihnen und offerieren gerne eine Tasse Tee oder Kaffee. Zu Beginn und zum Schluss jedes Tages gibt es jeweils einen Begrüssungsimpuls bzw. ein Abschiedswort.

Die gemütliche Kapelle, die in kühleren Tagen geheizt werden kann, lädt zum Gebet, zum Diskutieren oder auch einfach Hineinschauen ein. Darüber hinaus warten ein paar Überraschungsaktionen und ein kleines Give-away auf die Gäste.

Tägliche Erlebnisberichte zur Kapelle on Tour finden Sie ab dem 23. Oktober auf www.katholische-kirche-zug/kapelleunterwegs

 

Medienmitteilung der Katholischen Kirche Zug vom 13. Oktober 2021

 

Fahrplan der Kapelle

Sa, 23. Oktober Hagendorn, Kloster Frauenthal
So, 24. Oktober Rotkreuz, Dorfmattplatz beim Bahnhof /Gemeindeverwaltung
Mo, 25. Oktober Hünenberg, Park & Ride Parkplätze bei S-Bahn Haltestelle Zythus
Di, 26. Oktober Stadt Zug, Unterer Landsgemeindeplatz
Mi, 27. Oktober Baar, Schulhaus Marktgasse / Schwesternhaus
Do, 28. Oktober Steinhausen, Oberstufenschulhaus Feldheim
Fr, 29. Oktober Cham, Kiesplatz Hirsgarten
Sa, 30. Oktober Unterägeri, Dorfplatz
So, 31. Oktober Kloster Gubel (bleibt bis 14. November)

 

 

 

 

Ferdinand Gehrs Fresken in der Kirche Bruder Klaus in Oberwil sorgten vor gut sechzig Jahren für Zwist im Dorf. Die Bilder mussten jahrelang bedeckt werden. Zwei Zuger Kunstschaffende bringen die Geschichte mit einer multimedialen Inszenierung in die Gegenwart.

So hat noch keiner die Bruder Klaus Kirche in Oberwil gesehen und erlebt: Das interdisziplinäre Künstlerteam von Kulturspot unter der Leitung von Daniel Christen und Michael van Orsouw inszeniert mit modernsten Mitteln den einstigen Bilderstreit von Oberwil. Projektionen, Musik, Text und Licht werden die damals revolutionär moderne Kirche auf ganz neuartige Weise präsentieren. Die Uraufführungen und die regulären Darbietungen finden vom 11. November bis zum 14. November statt, coronabedingt ein Jahr später als geplant.

Ferdinand Gehr (1896–1996) war damals der bekannteste Kirchenmaler der Schweiz. Er gestaltete das erste Wandbild in Oberwil – und sorgte für einen Sturm der Entrüstung. Beim nachfolgenden Bilderstreit ging es auch um Kunst; doch noch mehr stritt man über die Werte und über die Formen von Modernität. Das sind Themen, die noch heute sehr beschäftigen: Wie gehen wir mit Neuem, mit Veränderung um? Ausgehend vom damaligen Bilderstreit entsteht durch diese Fragen und durch die neuste Technik der Kunstschaffenden eine heutige Auseinandersetzung mit Grundsätzlichem, die ebenfalls faszinierend ist. Und darüber hinaus auch sehr unterhaltsam.

Das Multimediaspektakel «Verhüllt» ist eine einmalige künstlerische Neuinterpretation, die neue Sichtweisen ermöglicht  – auf die Kirche, auf den spezifischen Konflikt, auf Ferdinand Gehrs Kunstwerke und auch auf gesellschaftliche Konfliktbewältigung. Zu den Haupsponsoren des Projekts gehört die Katholische Kirche Stadt Zug. Mitg./bth

Tickets für die Vorstellungen von «Verhüllt» vom Donnerstag 11. November bis zum Sonntag, 14. November finden Sie unter www.verhüllt.ch.
Für den Anlass gilt die Covid-Zertifikatspflicht.

 

 

 

Nach mehr als zwei Jahren Einsatz der Arbeitsgruppe «Grüner Güggel» hat die Kirchgemeinde Unterägeri in einem externen Audit bewiesen, dass sie die Anforderungen an ein kirchliches Umweltmanagement erfüllt.

Die katholische Kirche Unterägeri ist eine von derzeit 34 Institutionen in der Schweiz, die mit dem «grünen Güggel» ausgezeichnet sind. Im Kanton Zug ist sie sogar die einige.
Der Auftrag bestand darin, anhand von 7 Handlungsfeldern mögliche Verbesserungen in die Wege zu leiten:

  • Energie sparen
  • Umbauen und Sanieren
  • Nachhaltig einkaufen
  • Gebäudeunterhalt
  • Veranstaltungen
  • Umgebung gestalten
  • Schöpfungsspiritualität

Einiges davon ist gar nicht so einfach umzusetzen. Nehmen wir das Beispiel Energie sparen. Die Kirchengebäude in Unterägeri stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und hatten ursprünglich gar keine Heizung. Ebenso wenig waren sie isoliert. Trotzdem war auch hier über intelligentes Energiemanagement noch einiges zu erreichen.

Die Kirchgemeinde will sich auf dem Erreichten nicht ausruhen. Das Audit hat Verbesserungspotenzial aufgezeigt. In drei Jahren wird in einem Wiederholaudit gezeigt werden müssen, dass weitere Fortschritte erzielt wurden. Mitg./bth

 

 

Am 17. Oktober 2021 erfolgt der Startschuss zum weltweiten synodalen Prozess, den Papst Franziskus für die Weltkirche angestossen hat. Im ersten Schritt auf Bistumsebene spannen die drei Bistümer Basel, Chur und St. Gallen zusammen und nutzen Synergien.

Bereits die Ankündigung von Papst Franziskus, dass er einen weltweiten Prozess hin zu einer synodalen Kirche will, deutete auf ein ambitioniertes Vorhaben mit sportlichem Tempo hin.
So sollen zwischen Oktober bis Ende November möglichst viele der 1.3 Milliarden Mitglieder miteinander sprechen, aufeinander hören und auf einen umfangreichen Fragenkatalog antworten.

Das Bistum Basel hat in Zusammenarbeit mit gfs.bern bereits umfangreiche Vorarbeiten geleistet und stellt mit der Webseite www.wir-sind-ohr.ch eine Plattform zur Verfügung, der sich jetzt auch die Bistümer Chur und St. Gallen anschliessen. Diese Website informiert über die Synode, lädt Gruppen zur Teilnahme ein und stellt Materialien sowie elektronische Umfragebogen und digitale Werbemittel zur Verfügung. Die Rückmeldungen wertet gfs.bern bis Mitte Januar 2022 nach Bistümern getrennt aus und erstellt für jedes Bistum einen eigenen Bericht.

Bis Ende Januar 2022 diskutieren und verdichten die Bistümer die Ergebnisse und leiten sie an die Schweizer Bischofskonferenz weiter. Diese sendet – nach einer weiteren Diskussion der Auswertungen – eine Eingabe der Schweiz weiter nach Rom.

www.wir-sind-ohr.ch

 

Medienmitteilung der drei Bistümer Bistümer Basel, Chur und St. Gallen vom 29. September 2021

 

Lesen Sie auch das Interview mit Bischof Felix Gmür Ringen ist etwas spezifisch Christliches

An der Gedenkfeier vom 27. September zum Zuger Attentat vor 20 Jahren ist auch Pfarrer Reto Kaufmann aufgetreten. Er sprach über die Wunden und Narben, welche die Gewalttat bei den Menschen hinterlassen hatte.

Das Gedenken fand in der St. Michaelskirche in Zug statt. Es wurde per Livestream übertragen und ist bei SRF weiterhin aufgeschaltet. Während die Politiker – Regierungspräsident Martin Pfister, Kantonsratspräsidentin Esther Haas und Bundespräsident Guy Parmelin – vor allem die Gewalt verurteilten, ihr Mitgefühl ausdrückten und zu Solidarität aufriefen, ging der katholische Pfarrer Reto Kaufmann auf die Wunden ein, die diese Tat bei den Menschen hinterlassen hat.

Ausgehend von Jesu Heilung des Blinden aus dem Markusevangelium hat er folgende Worte an die Betroffenen gerichtet: «Heilt die Zeit Wunden? Ja, die Zeit heilt Wunden. Aber es bleiben Narben zurück. Narben die sichtbar und manchmal auch spürbar bleiben. Narben, die mich immer wieder an das Geschehene erinnern. Und heilt die Zeit auch seelische Wunden?
Wenn mit der Zeit auch diese Wunden verheilen können, so bleiben doch auch gerade hier Narben zurück. Nicht sichtbar wie körperliche Narben. Aber auch sie und gerade sie können weh tun und erinnern an das Erlittene.

In der Geschichte aus dem Markusevangelium wird der Blinde geheilt. Der Heilung aber geht voraus, dass Jesus sich ihm zuwendet. Ihm Zeit schenkt und mit ihm redet. Auch die Berührung ist für den Blinden heilsam. Er spürt, da ist jemand da für mich. Ich werde wahrgenommen, ich bin wichtig. Und indem Jesus ihn von der Masse der Menschen wegnimmt, indem er ihn berührt, kann Heilung geschehen. Und darum schickt er ihn nach Hause. Derselbe Mensch wie vorher und doch ein ganz anderer.

Mit Erfahrungen, Erlebnissen, die unserer Seele Wunden zugefügt haben, müssen wir zunächst alleine klarkommen. Jede und jeder von uns findet hoffentlich ihren, seinen ganz persönlichen Weg. Vielleicht sind es ebenfalls Begegnungen, Berührungen, Gespräche, die helfen. Vielleicht ist es das Alleinsein und das Schweigen. Das Erlebte schmerzt immer wieder. Und trotzdem lebe ich. Oder wie es eine deutsche Dichterin, die selber Opfer von Gewalt wurde, ausdrückt: «Aufrecht gehe ich, auf wunden Füssen. Mit Gottes Stärke im Rücken.»

Wenn wir heute hier sind, 20 Jahre nach dem schrecklichen Ereignis, dann stehen viele von uns auf wunden Füssen. Aber wir stehen – im Leben. Und damit bezeugen wir, dass das Erlebte und Erfahrene als Narbe bleibt, wir aber trotzdem Tag für Tag das Leben wagen. Dazu stärken uns Menschen den Rücken. Mit ihrem Dasein, ihrem Mitgefühlt, mit ihrem Reden und Schweigen. Und mit ihnen ist auch der Gott des Lebens uns Stärke und Zuversicht. Jener Gott, der uns in Jesus Christus heilsam nahegekommen ist.» /kath.ch (rp)

Am 18. September wurden im Kirchenzentrum Zug zwei Jahrzehnte ökumenische Seelsorge für Menschen mit Behinderung gefeiert. Bei bestem Wetter machten mehr als 100 Besucher der wichtigen Einrichtung seelsam ihre Aufwartung.

Regierungsrat Andreas Hostettler und Ständerat Matthias Michel sprachen zu den Gästen und versicherten, dass sie sich für ein barrierefreies Miteinander in der Gesellschaft einsetzen. Ganz im Sinne des Selbstverständnisses von seelsam, das sich als konfessionsübergreifendes kirchliches Angebot sieht. Nicht in Konkurrenz zu anderen Organisationen im Behindertenwesen, sondern als Ergänzung. Wichtigster Kern von seelsam ist dabei die Ausrichtung auf spirituelle Bedürfnisse.

Ein Höhepunkt des Tages war der Auftritt des Mimenchors der Gehörlosengemeinde Zürich. Diese Darbietung ohne Worte, nur mit Gesten, war ein grossartiges Beispiel, wie Einschränkungen eben nicht einschränken und begeisterte sehr viele. Die Musikgruppe Girovaganti spielte zudem auf und lud auch zum gemeinsamen Singen ein. Ein Aufruf, dem viele Besucher nur zu gerne folgten. Ein gemeinsamer Ballonflug-Wettbewerb und ein feierlicher ökumenischer Gottesdienst rundeten das Fest ab.

Das Jubiläum benötigte eine lange Vorbereitungszeit und die Durchführung war nur möglich dank der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die pausenlos im Einsatz waren. Die sehr positiven Rückmeldungen der Besucher waren ein beredtes Zeugnis dafür, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Eine Teilnehmerin schrieb an seelsam: «Das Fest war einmalig und sehr, sehr schön. Wir haben es genossen.» So bleibt es allen in Erinnerung und wer möchte, kann es nochmals auf YouTube anschauen und durch die Fotogalerie gehen.

 

Ruedi Hofer, Seelsorger und Co-Leiter seelsam

 

Lesen Sie auf den Artikel Nik Hartmann: «Ich habe heute Freude pur gesehen»

Stefan Doppmann, Kirchenschreiber der Katholischen Kirchgemeinde Baar, wird per 1. Januar 2022 neuer Präsident der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug (VKKZ). Weitere neu gewählte Präsidiumsmitglieder sind Renate Falk und Ambros Birrer.

An der Delegiertenversammlung der VKKZ vom 22. September hat sich das Präsidium neu aufgestellt: Zum Nachfolger von Karl Huwyler, der seit acht Jahren als Präsident im Amt ist, wurde Stefan Doppmann gewählt. Der Baarer Kirchenschreiber ist selbständiger Kommunikationsberater. Darüber hinaus ist er Mitglied verschiedener Kommissionen bei der Einwohnergemeinde Baar. Stefan Doppmann freut sich auf die neue Aufgabe: «Kirchliches Leben findet auf vielen verschiedenen Ebenen und in mannigfaltiger Form statt. Ich freue mich darauf, zusammen mit der VKKZ dieses Leben und Erleben zu ermöglichen und zu fördern.»

Renate Falk, Kirchenrätin Oberägeri, und Ambros Birrer, Kirchenrat Stadt Zug, ersetzen die bisherigen Präsidiumsmitglieder Marlen Schärer und Margrith Hammer, Kirchenratspräsidentinnen in Steinhausen bzw. Risch, die ebenfalls auf Ende Jahr zurücktreten.

Das aktuelle Präsidium hinterlässt tiefe Fussabdrücke: Dies machen verschiedene Würdigungsworte deutlich. Von Karl Huwylers zahlreichen Errungenschaften hebt die Geschäftsstellenleiterin Melanie Hürlimann insbesondere sein unermüdliches Engagement für finanzielle Transparenz hervor, indem regelmässig kantonale Zahlen der Katholischen Kirche Zug publiziert werden. Als «finale Kür» bezeichnet sie seinen ausserordentlichen und erfolgreichen Einsatz rund um die drohende Abschaffung der Kirchensteuern für Unternehmen im Kanton Zug.

 

Die neuen VKKZ-Präsidiumsmitglieder
(nebst Melanie Hürlimann, Geschäftsstellenleiterin, und Markus Burri, Gesamtleiter Fachstellen)

 

Stefan Doppmann, Präsident Geboren 1969; aufgewachsen und wohnhaft in Baar

lic. phil. Universität Zürich (allg. Geschichte, Staatsrecht, politische Wissenschaften)

Selbständig in der Unternehmenskommunikation seit 2005

Kirchenschreiber der Kath. Kirchgemeinde Baar seit 2014 Verheiratet, drei erwachsene Kinder

Renate Falk, Mitglied Geboren 1952;

Fachfrau für Soziale Arbeit; Lehrgang Spiritual Care

Co-Leiterin / Leiterin Diakoniestelle „Leuchtturm“ 2004 – 2017

Kirchenschreiberin und -kassierin KG Oberägeri 1987 – 2001

Kirchenrätin Oberägeri seit 2018

Verheiratet, zwei erwachsene Töchter

 

Ambros Birrer, Mitglied Geboren 1952 in Wolhusen

Sozialpädagoge, 32 Jahre für die ZUWEBE tätig – seit 2017 pensioniert

Verheiratet mit Annemarie Birrer; 3 erwachsene Töchter

18 Jahre im Kirchenrat der Stadt Zug

 

Medienmitteilung der Katholischen Kirche Zug vom 23. September 2021

 

 

Mit einer zwei Jahre lang dauernden Synode will Papst Franziskus weltweit alle Gläubigen zu Wort kommen lassen. Bischof Felix setzt grosse Hoffnungen in diese globale, gemeinsame Wegsuche und schildert, wie sich die Katholikinnen und Katholiken im Bistum Basel einbringen können.

 

Welche Chance sehen Sie in dieser Synode?

Bischof Felix Gmür: Die Bischofssynode 2023 beginnt jetzt, und zwar weltweit, nicht nur in Rom. Papst Franziskus will die Synode nicht mehr als Event in Rom, sondern als Prozess gestalten: Die Chance besteht also darin, möglichst viele Leute einzubeziehen und klarzumachen: Zum synodalen Prozess gehören alle. Das ist neu.

Warum sollen die Gläubigen an dieser Umfrage teilnehmen?

Sie sollen teilnehmen, um miteinander in Dialog zu treten. Es geht nicht in erster Linie darum, dass die Leute ein Statement für den Bischof oder für den Papst abgeben, sondern dass sie aufeinander hören, die Fragen miteinander diskutieren und dann gemeinsam vorangehen. Synode heisst gemeinsames Gehen. Zum Leben als Christin und Christ gehört, dass man sich miteinander über den Glauben austauschen kann, über den Ort, den die Kirche in meinem Leben oder in der Gesellschaft und im Staat haben soll.

Wie erreichen Sie anderssprachige Menschen aus den Missionen?

Wer die Fragen auf Deutsch nicht versteht, muss sie sich übersetzen lassen. In den Missionen gibt es ja viele Zweisprachige. Das ist ein erster Schritt, aufeinander zu hören und einander zu unterstützen. Unsere Dokumente sind auf Deutsch, für den Jura gibt es eine adaptierte Fassung auf Französisch. Die römischen Dokumente sind in der Regel auf Spanisch, Englisch, Italienisch und Französisch.

Und Kirchenferne?

Jede und jeder kann sich einbringen, es braucht keine Nähe zur Pfarrei. Man muss sich lediglich für die Sache interessieren und sich zu fünft zusammentun.

Jede Person kann sich frei vier weitere suchen?

Ja. Um aufeinander hören zu können, braucht es eine Gruppe. Es sollten mindestens fünf sein, um nicht einfach Einzelmeinungen zu hören. Je grösser die Gruppe ist, desto besser, sie ist nach oben offen. Die Gruppe spürt vielleicht: Hier gab es Austausch, da war zuerst Unverständnis und dann Verständnis. Darum geht es.

Die Fünfergruppe diskutiert die Fragen und gibt ihre Antworten elektronisch ein.

Ja, es gibt jeweils pro Frage eine Gruppenantwort. Die Gruppe kann auch sagen: «Wir haben keine Einigung gefunden». Sie kann auswählen zwischen verschiedenen vorgegebenen Antworten, die nach statistischen Methoden als die wahrscheinlichsten gelten und die über Fokusgruppen im Vorfeld bestimmt werden. Bei einigen Fragen wird zusätzlich ein Textfeld zur Verfügung stehen.

Rom hat zehn Themenfelder mit Fragen vorgegeben. Können Sie diese in konkrete, für die Schweiz relevante Fragen umformulieren?

Der Auftrag lautet nun, die Fragen aus Rom für unsere Bistümer zu adaptieren. Bei Nummer fünf geht es um «Mitverantwortung in der Sendung», bei Nummer neun um «Unterscheiden und Entscheiden». In diesen Punkten können wir sicherlich auf spezifisch für den Schweizer Kontext wichtige Themen eingehen.

Bleibt es beim «Aufeinander-Hören»? Wann geht der Prozess ins Handeln über?

Aufeinander-Hören ist bereits Handeln. Wenn ich weiss, was mein Gegenüber findet, gehe ich mit diesen Gedanken in mich und verändere mich vielleicht, und umgekehrt. Eine Handlungsoption könnte sein, dass eine Pfarrei sagt: In unserem Gebiet gibt es so viele Marginalisierte, wir müssen diese Menschen einbinden. Handlungsoptionen sind nicht nur von Rom zur Basis, sie sind gleichzeitig von unten nach oben.

Dennoch gibt es Themen, die nur in Rom entschieden werden können, etwa die bekannten heissen Eisen: mehr Mitbestimmung von Laien, Frauenordination, Umgang mit Homosexuellen. Was ist mit solchen Themen?

Diese Themen werden in Rom entschieden. Die Grundstruktur der Kirche ist nicht in Frage gestellt. Der Papst ist der Garant der Einheit dieser Kirche. Was die ganze Welt betrifft, etwa die Frauenordination, entscheidet am Schluss der Papst. Aber Rom will eben auch hören: Ist das wirklich das Wichtigste? Betrifft das viele Leute? Und was würde das ändern? Dazu haben wir diesen Prozess.

Die abschliessende Antwort des Papstes kann ganz anders aussehen als das, was den Schweizerinnen und Schweizern unter den Nägeln brennt. Gibt es Signale aus Rom, dass regionale Lösungen denkbar sind?

Die Steuergruppe zum Synodalen Prozess des Bistums Basel wird die Antworten, die das gfs liefert, anschauen und sich fragen: Was realisieren wir in unserem Bistum? Wo müssen wir handeln und was betrifft uns weniger? Diesen Prozess der Erneuerung innerhalb des Bistums gehen wir weiter. Wie, das werden wir nach Abschluss der Befragung anschauen.

Rom hat 2014 bei der Umfrage zu Ehe und Familie aus der Schweiz die Antwort gehört, die Gleichbehandlung von Homosexuellen sei hier ein wichtiges Thema. Passiert ist nichts. Weshalb soll ich also nun wiederum an einer Umfrage teilnehmen?

Man versucht zu differenzieren und das mit einer unterschiedlichen Optik anzuschauen. Nehmen wir ein queeres Paar, das gesegnet werden möchte. Hier gilt es, auf einem gemeinsamen Weg herauszufinden, was sie mit dem Segen genau wollen: Möchten sie eine Anerkennung durch die Kirche, durch die Gesellschaft, den Beistand Gottes? Das gilt auch für Leute, die heiraten wollen. Dieses Differenzieren haben wir ein bisschen vernachlässigt, weil wir in Kategorien von Recht und Pflicht denken. Dieser Prozess wird zeigen, wie fruchtbar das ist.

Müsste man nicht bei manchen Themen auch die Theologie neu denken und sich die Frage stellen: Ist die heutige Handhabung auch theologisch noch gerechtfertigt?

Interessant ist, dass die westliche Theologie sich ziemlich eingeschossen hat auf Gebote und Verbote. Der synodale Prozess hingegen hat nicht diese Frage im Blick, sondern er fragt eher: Hilft es, das Reich Gottes zu fördern oder nicht? Die Frage lautet nicht: Darf man? Sondern: Hilft es? Das ist es, was man einen geistlichen Prozess nennt. Dieses Ringen ist etwas spezifisch Christliches. Die Jüngerinnen und Jünger, die mit Jesus unterwegs waren, haben immer wieder gerungen. Sie haben Jesus nicht verstanden und nach Erklärungen gefragt. Er hat es erklärt, aber sie haben immer noch nicht verstanden. Dieses Ringen ist nicht in erster Linie resultat-orientiert, sondern prozess-orientiert.

Sie hatten 2016 um konkrete Vorschläge gebeten, wie eine geschwisterliche Kirche aussehen könnte. Die Landeskirche Luzern hat Ihnen mit 10 Schritten geantwortet. Ihre Reaktion darauf war recht kritisch. Wie werden Sie dieses Mal mit Antworten umgehen, die Ihnen vielleicht nicht gefallen?

In diesem Fall fand ich das Vorgehen nicht gut. Es waren vor allem Forderungen an den Bischof. Ich habe wenig von diesem Ringen gemerkt. Bei einer Erneuerung der Kirche müssen sich alle bewegen. Wenn etwas geändert wird, müssen sich zuerst Personen ändern und dann muss man zusammen schauen, was man umsetzen kann. Dafür gibt es unsere diözesane Steuergruppe. Denn das bestimmt nicht einfach der Bischof oder eine einzelne kantonale Synode, sondern es sollen möglichst alle einbezogen werden. Die Anfrage geht in erster Linie an jeden und jede Einzelne selbst. Im Markus-Evangelium heisst es: «Kehrt um.» Das beginnt bei mir.

Wie müsste die Umfrage ausfallen, damit Sie sagen könnten: Wow, toll!

Wenn sich ganz viele und verschiedene Gruppen eingeben, das würde mich freuen.

Was wäre der schlimmste Fall?

Ich wäre enttäuscht, wenn sich niemand dafür interessieren würde. Dann müssen wir uns fragen: Was bedeutet das jetzt zum Beispiel für unsere Struktur? Für unsere Relevanz? Was müssen wir ändern?

Freuen Sie sich auf den Prozess?

Ich bin ganz begeistert davon! Mich freut es, dass diese Synode wirklich versucht, das Ganze als einen Prozess zu führen. Der Einbezug aller Leute ist der Königsweg der Kirche. Die Kirche hat nach diesem Dokument offensichtlich den Auftrag, alle Leute einzubeziehen. Ich erhoffe mir, dass dieser Prozess uns alle betreffen wird. Und ich bin überzeugt, dass wir Handlungsfelder sehen, die für unser Bistum oder möglicherweise für die Schweiz von Belang sind, die aber nicht unbedingt den römischen Prozess betreffen.

 

Marianne Bolt (Pfarreiblatt des Kantons Zug)

Sylvia Stam (Pfarreiblätter der Kantone Bern und Luzern)

Von Montag an gibt es zwei Typen von Gottesdiensten: mit Zertifikatspflicht, dafür ohne Maskenpflicht. Oder ohne Zertifikat – dafür mit Maske und maximal 50 Menschen pro Gottesdienst. In beiden Fällen müssen Gläubige künftige ihre Identität offenlegen.

Den Update zu den Massnahmen des Bistums Basel finden Sie hier

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Zum 50-Jahre-Jubiläum des Sozialdienstes St. Martin in Baar hat die Katholische Kirchgemeinde Baar eine Festschrift herausgegeben. Diese stellt die Angebote des Sozialdienstes vor und zeigt, wie er im Netzwerk agiert. Die Festschrift kann kostenlos bezogen werden.

Was ist Diakonie eigentlich? Welche Aufgaben nimmt der Sozialdienst St. Martin wahr? Welches sind derzeit die grossen Herausforderungen? Auf diese und viele andere Fragen geht die Festschrift ein. In einem Gespräch entwickeln Stefan Horvath, Leiter Sozialdienst St. Martin, und Kirchgemeindepräsident Thomas Inglin Ideen und Visionen für die kirchliche Sozialarbeit von morgen.
Die Festschrift kann kostenlos im Pfarreisekretariat St. Martin und auf der Verwaltung der Katholischen Kirchgemeinde Baar bezogen werden.

Hier können sie die elektronische Version der
Festschrift 50 Jahre Sozialdienst St. Martin herunterladen.

Lesen Sie auch den Artikel zum Jubiläumsfest Wir teilen unsere Früchte mit Benachteiligten

 

 

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