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Wir handeln solidarisch

05.11.2018, 09.28

«Erde-Wasser-Luft-Feuer» war das Thema am Besinnungswochenende von seelsam – Seelsorge für Menschen mit Handicap in St. Niklausen. Mit dabei waren 17 Teilnehmende und sechs Betreuende. Anna-Marie Fürst berichtet.

Es gab Regen an diesem Besinnungswochende. Er war langersehnt und ein Segen für die ganze Natur. Der Segen lag auch über unseren Aktiviäten in St. Niklausen, dem Obwaldner Kraftort. Auf sinnliche Art und Weise begegneten wir den Elementen Erde, Luft, Wasser und Feuer.

Die Erde spürten wir besonders bewusst beim Tanzen. Irische Melodien nahmen uns mit. Selbst auf dem Rollstuhl konnte man den Boden ertasten, der uns trägt. Das Klavier, die Flöte, die Lieder und die Orgel begleiteten uns auf eine innere Reise. Und das Wasser kam vom Himmel, in Strömen. Wir tauchten die Hände in den Brunnen. Welche Erfrischung im Gesicht! Anschliessend zeichneten wir mit Wasser ein Kreuzzeichen auf die Stirn unseres Nachbarn oder der Nachbarin. Eine solch frische Luft konnten wir schon wochenlang nicht mehr einatmen. Unsere Lunge wurde mit den Bewegungen und der Frische der Luft weit. So machte das Singen besonders Spass.

Natürlich hatten wir auch ein paar Holzscheite für das Feuer bei uns. Das war das einzige, das wir nicht entzünden konnten. Statt dessen reichten wir einander in der Abenddämmerung ein Licht weiter. Es stand für das Licht, das in uns brennt und wir so oft vergessen. Am Sonntag feierten wir dann mit den beiden Klostergemeinschaften Gottesdienst. Die grosse Konzentration der Menschen mit einer Beeinträchtigung machen mir immer wieder Eindruck, besonders auch in den Gottesdiensten und beim Miteinanderreden in der Runde. Jedes Mal gehe ich ruhig und beschenkt nach Hause.

 

Anna-Marie Fürst, seelsam