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Wir geben einander Halt

31.01.2020, 20.06

Am 30. Januar fand in Zug der Jahresapéro von FRW Interkultureller Dialog statt. Präsident Markus Burri und Koordinatorin Eva Wimmer informierten über den Stand der Arbeiten und die aktuellen Vorhaben des Vereins. Lesen Sie das Interview dazu.

Eva Wimmer, wofür steht FRW und welches sind die Hauptanliegen?

FRW steht für Friede, Respekt und Würde in der Zivilgesellschaft. Der Verein unterstützt Einheimische, Zugezogene und Geflüchtete. Bei gemeinsamen Bildungs- und Freizeit-Aktivitäten entwickeln Freiwillige und Teilnehmende die eigenen Talente und erhalten Wissen und Lebensfreude. Menschen aller Nationen, Religionen und Generationen sind eingeladen, «miteinander zu leben und voneinander zu lernen».

Was hat Sie motiviert, diese Organisation zu gründen?

Es war eine persönliche Erfahrung, die mich aus gesundheitlichen Gründen beruflich ins Abseits stellte und eine Sinnkrise auslöste. Aufenthalte in arabisch-muslimisch geprägten Ländern und die Situation in Palästina haben mich dann motiviert, mich für ein friedliches Zusammenleben hier zu engagieren. Die ersten Aktivitäten starteten dann 2012, als fünf Personen in enger Zusammenarbeit mit der Asyl- und Durchgangsstation Steinhausen Projekte entwickelten, die sich die Sozialarbeitenden zur Unterstützung ihrer Klienten wünschten.

Welche konkreten Aktivitäten gehören zum Angebot von FRW?

Seit 2014 bieten wir das aussergewöhnliche Sprachprogramm «Deutsch als Heimatsprache» an. Es wurde mittlerweile von rund 700 Teilnehmern mit 26 verschiedenen Muttersprachen genutzt. Derzeit sind 38 Mütter auf diesem Weg, um damit später in einen Beruf einsteigen zu können. Und jede Woche besuchen 55 Kinder unsere vier Spielgruppen, während die Eltern das Sprachtraining besuchen. Unsere Kochteams werden im ersten Halbjahr 2020 26mal Rezepte aus ihrer Heimat kochen. Ein FRW-Serviceteam wird zusätzlich bei 17 Begegnungsessen in Steinhausen mithelfen. Bereits jetzt stehen für 2020 über 1’000 Begegnungsanlässe in unserer Agenda. Drei von vier organisieren wir selbst, die anderen besuchen wir mit Gruppen bei unseren Netzwerkpartnern.

Markus Burri, über wie viele freiwillige und angestellte Mitarbeitende verfügt FRW?

180 Ehrenamtliche führen jeden Monat 50-70 Anlässe durch, die mehrheitlich in den Pfarreien stattfinden. Dabei übernimmt ein Koordinationsteam die administrativen Arbeiten. Diese machen derzeit 160 Stellenprozente aus.

Wie finanziert sich der Verein?

Die Kirchgemeinden und Gemeinden unterstützen die Tätigkeit von FRW und stellen die benötigten Räume gratis zur Verfügung. In der Anfangsphase finanzierten verschiedene Stiftungen FRW mit namhaften Beiträgen. Im vergangenen Jahr konnte der Vereinsvorstand erreichen, dass sowohl der Kanton als auch die Kirchen jährliche Beiträge leisten. Diese sind vorerst begrenzt auf die nächsten drei Jahre. Die Projektkosten werden nach wie vor durch Gönnerbeiträge und Gelder von verschiedenen Stiftungen gedeckt.

Welche Akzente sind geplant für dieses Jahr?

Auf finanzieller Ebene suchen wir nun langfristige Vereinbarungen, insbesondere mit dem Kanton. Zudem beschäftigt uns die Situation, dass viele Menschen – besonders Geflüchtete – ihre traumatischen Erlebnisse nicht verarbeiten können und so einen belasteten Alltag und einen schwierigen Einstig in die Arbeitswelt haben. Wir wollen in diesem Bereich mit zusätzlichen Angeboten die laufenden Bemühungen des Kantons unterstützen.

Eva Wimmer, wann und wo können unsere Leserinnen und Leser Kontakte zu Flüchtlingen oder neu Zugezogenen knüpfen?

Am besten beginnt man mit dem Besuch eines Begegnungsessens oder eines Kontaktcafés und informiert sich dann dort weiter. Oder man schaut sich ganz einfach die Agenda auf www.frwzg.ch an. Dort gibt es für jeden etwas zu finden.

Welche Möglichkeiten gibt es, den Verein zu unterstützen?

Jede Form der Unterstützung ist willkommen. Da wir unsere Angebote möglichst kostenfrei anbieten wollen, sind Geldspenden für uns die Arbeitsgrundlage. Aber auch zusätzliche Freiwillige sind immer herzlich willkommen und können bei uns ihre Fähigkeiten und Vorlieben einbringen. Die Freiwilligenarbeit ist die Grundlage unserer Vielfalt und Voraussetzung für die hohe Qualität unserer Angebote.

Spendenkonto FRW Interkultureller Dialog
Interessierte an Freiwilligenarbeit melden sich unter info@frwzg.ch oder bei Eva Wimmer, +41 79 205 59 19

 

Interview: Bernadette Thalmann