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Wir machen Glauben erlebbar

30.12.2020, 08.03

Die Länder, die am meisten von der Klimaerwärmung betroffen sind, haben am wenigsten dazu beigetragen. Während der Ökumenischen Kampagne fordern «Fastenopfer» und «Brot für alle», dass diejenigen Verantwortung übernehmen, die den Klimawandel am meisten befeuern.

«Gäbe es den Klimawandel nicht, könnten wir regelmässig Reis ernten. Mein Mann könnte öfter fischen gehen und er würde mehr fangen. Wir müssten nicht hungern. Wir müssten keine Angst haben, weil unser Haus nicht ständig überschwemmt wird.» Jocelyn Sabatin wohnt in Suriago del Sur auf der philippinischen Insel Mindanao. Täglich spürt sie die Folgen des Klimawandels. In immer schnelleren Rhythmus wechseln sich auf den Philippinen extreme Trockenheit mit sturzflutartigen Taifunen ab. Mangrovenwälder an den Ufern verschwinden und mit ihnen die Fischgründe.

Auch anderswo setzt der Klimawandel den Menschen zu: In Kenia verdorren Felder, Konflikte um Weideland nehmen zu. In Indonesien überflutet der ansteigende Meeresspiegel fruchtbares Land, vernichtet Ernten und zerstört Häuser. Das fördert Krankheiten, Hunger, Armut und psychische Traumata. Menschen in ärmeren Ländern haben derzeit am meisten an den Folgen der Klimaerwärmung zu tragen, und sie haben am wenigsten dazu beigetragen. «Es zehrt an den Kräften», sagt Sabatin.

Schweizerische Nationalbank muss handeln

Auch die Schweiz trägt viel zur Klimaerwärmung bei, vieles davon über den Finanzplatz. Zu den inländischen Emissionen von 47 Millionen Tonnen CO2 kommen rund 22 mal mehr CO2-Emissionen hinzu, die über den Schweizer Finanzplatz gesteuert werden. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) nimmt darin eine wichtige Rolle ein. Ihr Aktienanteil an Kohle-, Erdgas- und Erdöl- Unternehmen von rund sechs Milliarden Franken macht die SNB für 43,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr mitverantwortlich.

Mit einer Unterschriftensammlung appellieren «Fastenopfer» und «Brot für alle» an die SNB: Sie soll alle Anteile an Unternehmen abstossen, die an Förderung, Handel und Verarbeitung fossiler Energieträger beteiligt sind.

Auf  jede und jeden kommt es an

Was wir in der Schweiz tun, hat Folgen im globalen Süden. Das zeigt sich nicht nur in der Wirtschaft. Auf www.klimagerechtigkeit-jetzt.ch machen die Hilfswerke während der Ökumenischen Kampagne die Stimmen der Menschen im Süden hörbar und zeigen die Folgen unseres Konsums. So steigt etwa wegen übermässigem Fleischkonsum die Nachfrage nach Futtermitteln und Weidefläche. Dies führt vielerorts zu Brandrodungen von Regenwald und damit zu massiven klimatischen Veränderungen – bloss ein Beispiel von vielen für die Schattenseiten unseres Konsums.

Jetzt können wir noch handeln. Deshalb setzen sich «Fastenopfer» und «Brot für alle» auf politischer Ebene, in Pfarreien und Kirchgemeinden und auf individueller Ebene für das Ziel «Netto Null bis 2040» ein. Nur so können wir den globalen Temperaturanstieg auf 1.5° Celsius zu beschränken, wie es im Pariser Klimaabkommen vereinbart wurde.

 

Madlaina Lippuner, Fastenopfer

 

Unterschriftensammlung: www.sehen-und-handeln.ch/snb