Zur Startseite Zur Navigation Zum Inhalt Zur Kontaktseite Zur Sitemapseite Zur Suche
Wir geben einander Halt

25.10.2021, 08.50

Ein vielseitig engagiertes Frauenquintett debattierte am jüngsten Anlass des Forum Kirche und Wirtschaft vom 20. Oktober in Kappel das Thema «Vereinbarkeit von Beruf und Familie». Man war sich einig, dass Corona das Dilemma eher noch verschärft hat, insbesondere für die Mütter.

Das Input-Referat hielt Prof. Dr. Jutta Rump. Dabei sparte die Professorin für allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule in Ludwigshafen nicht mit Kritik an der belastenden Berufs- und Familiensituation vieler berufstätiger Eltern. Das Corona-Regime habe die Situation eher noch akzentuiert. Die Einschränkungen haben aber auch alte Denk- und Verhaltensmuster aufgebrochen. Neue Organisationsformen, die Agilität, Mobilität und Flexibilität von den Beteiligten voraussetzen, hielten Einzug ins Erwerbsleben und beeinflussten auch das Familienleben. Rump vertrat die Überzeugung, dass dem auch die Unternehmen Rechnung tragen sollten, wenn sie keinen Fachkräftemangel riskieren wollen.

Steigende Anzahl von Müttern mit Burnout-Symptomen

An der anschliessenden Gesprächsrunde nahmen nebst der Referentin die Psychiaterin und Burnout-Spezialistin Barbara Hochstrasser, die Marketingfachfrau, Bloggerin und Mutter Muriel Urechs Tsamis aus Zug, die Unternehmerin und Mutter Julia Cebreros sowie der Zuger Schulpräsidentin Vroni Straub-Müller (Mutter und frühere Hebamme) teil. Als Moderatorin wirkte Helene Aecherli, Reporterin und Redaktorin der Annabelle. Man war sich einig, dass das ewige Dilemma auch nach Corona anhalten wird und Mütter dabei besonders gefordert sind. Die Corona-Massnahmen haben die Situation noch verschärft, was sich gemäss Hochstrasser in der steigenden Anzahl Mütter mit Burnout-Symptomen manifestiert. Denn im Spannungsfeld zwischen Familienbetreuung, Homeschooling und beruflicher Arbeit haben Frauen während der Lockdowns zuhause die Hauptarbeit geleistet.

Leitungswechsel vollzogen

Den Abend hatte für einmal Karl Huwyler, Präsident der Vereinigung der Katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zug, eröffnet. Es war die letzte Veranstaltung des Forum Kirche und Wirtschaft als Fachstelle der Katholischen Kirche Zug unter der Leitung von Christoph Balmer, der den Anlass vor elf Jahren ins Leben gerufen hatte. Huwyler richtete seinen Dank an Balmer und begrüsste dessen Nachfolger Thomas Hausheer. In Anspielung auf das Thema des Abends sagte Huwyler augenzwinkernd: «Ich bin Teil der Lösung, da ich vor kurzem Grossvater geworden bin» und erntete dafür einen schönen Applaus.

 

Martin Platter