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Wir verbinden Kulturen

12.04.2018, 14.34

Wenn Religionslehrpersonen Kinder und Jugendliche im Unterricht erreichen und für religiöse Themen begeistern wollen, müssen sie ausgezeichnete Exegeten sein; nicht für biblische Texte, sondern für die Lebenswelt der Jugendlichen.

Ulrich Kropac hat in seinem ausgezeichneten Referat vor den Religionslehrpersonen der Oberstufe ein interessantes Bild gezeichnet. Jugendliche setzen Religiosität (nicht Religion!) strategisch ein: Sie wollen Sicherheit gewinnen in einer unsicheren Welt. Sie wollen behütet, beschützt, gewärmt und verwöhnt werden – und: Sie wollen vor allem gesehen werden.

Jugendliche entdecken Religion in erster Linie ausserhalb der Kirchenmauern: im TV, in der Werbung, in Videos, in der Musik. Allerdings ist eine wachsende religiöse Sprachlosigkeit und Unsicherheit festzustellen. Für den zeitgemässen Religionsunterricht bedeutet das: Es braucht ästhetisches Lernen (Rezeptionsästhetik), biografisches Lernen und an der Medienwelt orientiertes Lernen («Iconic Turn»). Kurz: Religion wird dann wichtig, wenn das Gefühl angesprochen wird, ästhetisch daherkommt und mit dem eigenen Leben zu tun hat. Nicht mehr das Christentum ist der Rahmen, in den Jugendliche sich eingliedern. Es ist umgekehrt: Jugendliche bauen dann Religiöses in ihre Biografie ein, wenn es ihnen «etwas bringt».

Im praktischen Teil arbeiteten die Teilnehmenden mit dem Musik-Video von Sarah Connor «Wie schön du bist», das schon 48 Millionen Klicks im Netz erreicht hat. Was auf den ersten Blick verstörend wirkt, hat eine zutiefst biblische Botschaft: Gott sieht dich. Gott liebt dich wie du bist. Und wenn du das spürst, geht dir ein Licht auf und Farbe kommt in dein Leben.

Gaby Wiss, Fachstelle Bildung-Katechese-Medien