Zur Startseite Zur Navigation Zum Inhalt Zur Kontaktseite Zur Sitemapseite Zur Suche
Wir leben christliche Werte

09.08.2021, 13.46

«Mir wend zäme ha und zäme stah!» Dies war der Leitspruch der 35 Teilnehmenden am diesjährigen Sommerlager von seelsam, der ökumenischen Seelsorge für Menschen mit Beeinträchtigung. Viele Erfahrungen wurden gemacht, manche persönliche Begrenzung wurde überwunden.

Unzählige sonnige Momente bei Spiel, Gesang, Malen, Ausflügen und spontanem Feiern erwärmen und beglücken das Herz. Manche persönliche Begrenzung wurde überwunden, neue Erfahrungen wurden möglich. Einmal ohne Rollstuhl durch den Wald gleiten, eine Wanderung zur höchsten Burgkirche im Goms, mit dem eigenen Mut-Spruch: «Ich schaffe das», mit einem Schlag ins Minigolf-Loch treffen oder das Brot für den Gottesdienst selber backen.

Beziehungen pflegen

Das Besondere dieser Ferienwoche ist, dass sich Menschen immer wieder begegnen und daraus wertvolle Beziehungen wachsen, die gepflegt werden. Wenn aus dieser Kraft heraus Gottesdienst gefeiert wird, entfacht sich aus der Glut ein loderndes Feuer! Füreinander da sein, gute Gedanken schenken und bei jeder Fürbitte ein Holzscheit ins Feuer legen: So mehrt sich das Strahlen des Feuers fast wie beim Pfingstfeuer. Viele Stunden verbringen die Feriengäste am warmen Feuer. Dabei haben auch mal Spannungen und kleinere Konflikte Platz.

Walliser Bräuche rund ums Brot

Walliser Frauen teilen ihr Brot mit der Lagergemeinschaft und zeigen die grosse Bedeutung unseres Brotes: » Wer Brot hat, soll es mit anderen teilen. Denn geteiltes Brot schafft Gemeinschaft und Frieden!» Im Wallis gibt es unzählige Bräuche rund ums Brot. So wird z.B. auf jedes Brot das Kreuzzeichen gemacht. Gemäss einer Walliser Sage darf das Brot nicht auf dem Kopf liegen, sonst tanzt der Teufel darauf. Das bedeutet, dass mit Lebensmitteln sorgfältig umgegangen werden soll.

Verständigung auch ohne Worte

Im Charlie Chaplin Museum in Vevey gibt es viele Parallelen zum Leben mit einem Handicap. Der grosse Künstler verständigte sich ohne Worte und wurde dennoch verstanden. So drücken sich auch die Menschen mit kognitiven und körperlichen Einschränkungen weit mehr als nur mit Worten aus! So manche spontane Umarmung, ein Applaus oder ein verschenktes, präzise ausgemaltes Mandala, erntet Freude und Dankbarkeit.

 

Andrea Koster Stadler, katholische Co-Leiterin seelsam