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Wir handeln solidarisch

06.11.2018, 10.40

Seelsorgeräte aus allen Kantonen und Diözesen der Schweiz haben sich an ihrer alljährlichen Tagung über Innovationen in kirchlichen Strukturen informiert. Nicht nur theologisch, sondern auch anhand praktischer Beispiele.

Der diesjährige Auftritt der Katholischen Kirche Zug an der Zuger Messe stiess an der Tagung auf grosses Interesse, da die Sichtbarkeit der Kirche in der Öffentlichkeit als wichtig erachtet wird. Die Kirche müsse dort sein, wo die Menschen sind.

Foodsave-Bankett

„Foodsave Bern“ heisst das Projekt der Kirche in der Stadt Bern. Ausgangspunkt war die Frage, wie feiert Kirche Erntedank in einer Zeit, in der hierzulande rund ein Drittel aller Lebensmittel im Abfall landet. Die Idee: Es werden nicht einfach Lebensmittel verteilt; man macht daraus ein Bankett-Essen in der Öffentlichkeit, an einem Werktag-Abend gleich neben Bahnhof und Heiliggeist-Kirche, ökumenisch mit einer breiten Trägerschaft. Dazu gehören auch kulturelle Impulse und ein spiritueller Abschluss in der Kirche. «Es muss nicht so riesig werden wie in Bern mit 1‘500 Teilnehmenden», erklärte Katharina Boerlin vom Organisationskomitee. Man könne auch im Kleinen starten, etwa ein mit einem regelmässigen Food-Save-Essen in einer Pfarrei.

«Anhaltspunkt»

Ein anderes Projekt präsentierte Barbara Winter Werner aus Winterthur, wo die Kirche vor der Frage stand, wie sie im anonymen Neubauquartier Neuhegi mit gut 3‘000 Bewohnerinnen und Bewohnern präsent sein wolle. Geschaffen wurde ein Begegnungszentrum ausserhalb der kirchlichen Traditionen mit dem Namen «Anhaltspunkt». Ähnlich dem Foodsave in Bern verbindet das Team in Neuhegi die Möglichkeit von Begegnungen und Essen mit kulturellen und spirituellen Angeboten.

Zur lernenden Organisation werden

Die anwesenden Seelsorgerätinnen und Seelsorgeräte waren sich einig, dass es darum gehe, die Kirche zukunftsfähig zu machen. Eine neu gestaltete Homepage oder die Präsenz auf Social Media würden da nicht ausreichen. Es gehe darum, mit allem Tun „ein wenig dazu beizutragen, dass Menschen gestärkt werden in ihrer Hoffnung auf die neue Welt Gottes. Die Kirche müsse sich von einer Institution zu einer lernenden Organisation wandeln, welche die Zeichen der Zeit erkennt und die Sehnsüchte der Menschen aufnimmt.

 

Franz Lustenberger, Präsident Seelsorgerat Katholische Kirche Zug