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Wir leben christliche Werte

12.06.2020, 10.48

Am 1. Juli tritt Brigitte Glur-Schüpfer die Stelle als Regionalverantwortliche der Bistumsregion St. Viktor an. Im Interview erklärt sie, wo sie bei der Katholischen Kirche Zug mitwirkt und was sie herausfordert.

Frau Glur, als neue Regionalleiterin der Bistumsregion St. Viktor sind Sie vor allem Managerin und nicht mehr Seelsorgerin. Wie fühlt sich das an?

Ja, ich werde mit der neuen beruflichen Aufgabe im Bistum nicht mehr als Pfarreiseelsorgerin arbeiten, ich bin und bleibe jedoch Seelsorgerin. Als Regionalverantwortliche werde ich weiterhin vielen Menschen begegnen. Ich werde in einer Leitungsaufgabe im Bistum Basel arbeiten und dadurch auch Menschen begleiten. Ich bin der Überzeugung, dass man Menschen nicht «managen» kann. Es wird die Kunst sein, Menschen so zu führen, dass ein Klima des gegenseitigen Vertrauens geschaffen wird, um miteinander dialogisch offen unterwegs zu sein. Es geht mir vom Auftrag des Evangeliums her darum, Menschen zu ermutigen und zu stärken.

Das Bischofsvikariat vertritt den Bischof in der jeweiligen Bistumsregion. Um welche Aufgaben handelt es sich konkret?

Konkret sind dies folgende Aufgaben:

  • Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden auf lokaler und den Landeskirchen auf kantonaler Ebene in finanziellen und anderen Fragen
  • Verbindung zwischen den Parlamenten der Landeskirchen und dem Bischof gewährleisten
  • Personelle Aufgaben wie Mitarbeitergespräche mit den Pastoralraumleitungen und Stellenleitungen und die Beteiligung, wenn solche Leitungsstellen neu besetzt werden
  • Führungsverantwortung in der Umsetzung der pastoralen Konzepte des Bistums zusammen mit den Pastoralraumleitungen/Pfarreileitungen
  • Führen der Spezialseelsorgestellen sowie der Fachstellen in Bereichen wie Spital, Kliniken, Behinderte, Gehörlose, Gefängnis, Katechese, Jugendarbeit, Hochschule und Ökumene in allen vier Kantonen
  • Sitzungen von Fachkommissionen oder Steuergruppen, Mitarbeitergespräche und Wahrnehmung der Aufsichtspflicht gegenüber Fachbereichs- oder Fachstellenleitenden und anderssprachigen Missionen und Gemeinschaften
  • Teilnahme an den Sitzungen und Mitarbeit im Bischofsrat in Solothurn

Wie sieht die Aufgabenteilung zwischen Ihnen und dem Bischofsvikar Hanspeter Wasmer aus und welche Aufgaben übernehmen Sie im Raum des Kantons Zug?

Grundsätzlich haben wir uns die Zuständigkeit für die Pastoralräume in allen Kantonen aufgeteilt. Bei den kantonalen Körperschaften und Institutionen werde ich für zwei Jahre für den Kanton Thurgau und den Kanton Zug zuständig sein. Zudem werde ich für die Spezialseelsorge in allen vier Bistumskantonen verantwortlich sein.

Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie auf sich zukommen?

Eine grosse Herausforderung ist, die faszinierende und befreiende Botschaft von Jesus Christus in der heutigen Zeit glaubwürdig zu leben und zu verkünden. Die Fragen nach Frauen und Kirche – und damit verbunden die Fragen nach Macht, Klerikalismus, Partizipation, Dienste und Ämter in der Kirche – stehen im Zentrum notwendiger Reformen. Weitere Herausforderungen sind:

  • Wie kann sich die Kirche für mehr Gerechtigkeit (Solidarität mit den Armen, Flüchtlinge, Randständige, ect.) und für die Bewahrung der Schöpfung respektive die Klimafrage noch besser einsetzen?
  • Wie können sich die Kirchen zu existentiellen Themen des Menschen wie Geburt, Sterben, Tod, Vorstellungen vom Himmelreich, Schuld, Gnade oder Sehnsucht stärker einbringen?
  • Wie werden in einer künftigen Pastoral die Fragen der Menschen, ihr Suchen und Zweifeln, ihr Sehnen und Hoffen ernst genommen und wie kann christlicher Glaube in vielfältiger Verbundenheit so gelebt werden, dass die biblische Botschaft und die Geistkraft Gottes die Menschen stärkt?

Welche Verbindungen haben Sie bereits zu unserem Kanton?

Ich war schon mehrfach im Kanton Zug beruflich tätig: 2003 hatte ich für ein Schuljahr einen Lehrauftrag im Fach «Religion bzw. Weltreligionen» an der Kantonsschule Zug. Bis 2018 war ich an der Kantonsschule Zug jeweils auch Expertin für die Maturitätsprüfungen in diesem Fach. Von 2004 bis 2006 arbeitete ich als Dozentin und Fachleiterin «Fachdidaktik Ethische Bildung» an der Pädagogischen Hochschule in Zug und war auch als Co-Leiterin für den Vorbereitungskurs mitverantwortlich. Zudem absolvierte ich die Berufseinführung des Bistums Basel als Pastoralassistentin in der Pfarrei St. Johannes d. T. in der Stadt Zug.

 

Interview: Bernadette Thalmann

 

Die Einsetzungsfeier von Brigitte Glur-Schüpfer als Regionalverantwortliche der Bistumsregion St. Viktor und die Verabschiedung ihrer Vorgängerin Margrith Mühlebach-Scheiwiller finden voraussichtlich am 21. August 2020, 17.15 Uhr, in der Kathedrale in Solothurn statt.

 

siehe auch Medienmitteilung «Brigitte Glur-Schüpfer wird neue Regionalverantwortliche der Bistumsregion St. Viktor»

 

Werdegang
Brigitte Glur-Schüpfer

Brigitte Glur-Schüpfer (56), wohnhaft in Meggen, ist in Rickenbach (LU) aufgewachsen, verheiratet und Mutter eines 18-jährigen Sohns. Nach der Matura studierte sie Theologie in Luzern und Tübingen, anschliessend Pädagogik am Kantonalen Lehrerinnenseminar in Luzern. Nach einigen Jahren als Dozentin u.a. an der Pädagogischen Hochschule und an der Universität Luzern, promovierte Brigitte Glur-Schüpfer an der Universität Luzern. 2013-2015 absolvierte sie das NDS-Berufseinführung und arbeitete als Pfarreiseelsorgerin. Gegenwärtig ist sie als Gemeindeleiterin ad interim für die Pfarreien Langnau bei Reiden, Richenthal und Pfaffnau-Roggliswil im Einsatz.

 

 

 

 

 

Bistumsregion St. Viktor

Das Bistum Basel ist auf der territorialen strukturellen Ebene in drei Bistumsregionen eingeteilt. Die Bistumsregion St. Viktor umfasst die Bistumskantone Luzern, Schaffhausen, Thurgau und Zug. Für jede Bistumsregion ist ein Bischofvikariat zuständig. Der Bischofsvikar und die Regionalverantwortliche vertreten den Bischof in der jeweiligen Bistumsregion.