Zur Startseite Zur Navigation Zum Inhalt Zur Kontaktseite Zur Sitemapseite Zur Suche
Wir verbinden Kulturen

24.07.2020, 09.10

Hier drei Stimmen zur Jubiläums-Veranstaltung des Forum Kirche und Wirtschaft vom 1. Juli. Befragt wurden Joachim Eder, Ex-Ständerat, Renate Falk, Kirchenrätin und Bernd Nilles, Geschäftsleiter Fastenopfer.

Welche Aussage zum Thema hat Ihnen an diesem Abend am besten gefallen?

Joachim Eder: Dass Anne Schwöbel die Bedeutung der sozialen Verantwortung der Unternehmen betonte, schien mir sehr wichtig. Ihre Aussage, dass die Mitarbeitenden im Zentrum stehen müssen, ist zwar eine Selbstverständlichkeit, geht heute im grassierenden Wachstumswahn aber leider sehr oft unter.

Renate Falk: Mich haben zwei Aussagen bewegt: Die von Mathias Binswanger «Kirche hätte viel zur Wirtschaft zu sagen» und die von Thomas Wallimann-Sasaki «Wir Menschen müssen den Reichtum gestalten. Wenn wir ihn seinem freien Lauf überlassen, wird die Einkommensschere immer grösser».

Bernd Nilles: Die ExpertInnen haben deutlich gemacht, dass Geld allein kein gutes Leben sichert, der Markt nicht alles regeln kann. Zugleich wurde betont, im Sinne der katholischen Soziallehre Privatbesitz nie ganz privat ist. Wer etwas besitzt, hat Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und diese hat Anteile am Besitz. Dies kann nicht nur auf freiwilliger Basis geschehen, sondern es braucht verbindliche Regeln. Steuern sind ein Beispiel für solche Regeln. Gesetze und Unternehmensverantwortung ein anderes.

Der Event war einer der ersten grösseren Anlässe nach dem Corona-Shotdwn und Schutzmassenahmen waren nötig. Wie haben Sie die Stimmung empfunden?

Joachim Eder: Die Stimmung war sehr positiv, die Jubiläumsveranstaltung ausgesprochen würdig. Ich stellte im Publikum keine Art von Unsicherheit fest, im Gegenteil: der Wunsch, sich wieder mal austauschen zu können und miteinander den Dialog zu pflegen, war spürbar.

Renate Falk: Die Stimmung war anregend und von einer konzentrierten Aufmerksamkeit geprägt. Das Referat und die anschliessende Diskussion haben durch verschiedene humorvolle Aussagen der Mitwirkenden dem ernsten Thema eine gewisse Würze gegeben. Beim anschliessenden Apéro war die Corona bedingte Zurückhaltung spürbar.

Bernd Nilles: Die Räumlichkeiten waren ideal und die Stimmung gut. Wer die 1,5 Meter Sicherheitsabstand unterschritt, hat dies eigenverantwortlich getan, das kann man als Veranstalter nicht beeinflussen.

Was wünschen Sie sich vom Forum Kirche und Wirtschaft für die Zukunft?

Joachim Eder: Das Forum hat sich gut etabliert. Es soll weiterhin wirtschaftliche und sozialethische Fragen thematisieren, christliche Anliegen zur Sprache bringen und damit zum wichtigen Austausch zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Kirche beitragen. Das ist heute nötiger denn je.

Renate Falk: Weiter dran bleiben an Themen, die unsere Gesellschaft prägen und bewegen, und auch die Kirche bewegen und prägen sollen.

Bernd Nilles: Nutzen Sie das Vernetzungs- und Dialogpotential weiter. Scheuen Sie schwierige Themen nicht. Denn es hat schon ein wenig verwundert, dass am Tag der bundesrätlichen Verkündung des Abstimmungstermins über die Konzernverantwortungsinitiative, dieses Stichwort nicht einmal fiel.

 

Interview: Bernadette Thalmann

Siehe auch Artikel «Wer hat, dem wird gegeben − in der Bibel und an der Börse»