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Am 9. Oktober wird Papst Franziskus eine zweijährige Synode eröffnen mit dem Ziel, weltweit alle Gläubigen zu Wort kommen zu lassen. Bischof Felix setzt grosse Hoffnungen in diese globale, gemeinsame Wegsuche und schildert, wie sich die Katholikinnen und Katholiken im Bistum Basel einbringen können.

 

Welche Chance sehen Sie in dieser Synode?

Bischof Felix Gmür: Die Bischofssynode 2023 beginnt jetzt, und zwar weltweit, nicht nur in Rom. Papst Franziskus will die Synode nicht mehr als Event in Rom, sondern als Prozess gestalten: Die Chance besteht also darin, möglichst viele Leute einzubeziehen und klarzumachen: Zum synodalen Prozess gehören alle. Das ist neu.

Warum sollen die Gläubigen an dieser Umfrage teilnehmen?

Sie sollen teilnehmen, um miteinander in Dialog zu treten. Es geht nicht in erster Linie darum, dass die Leute ein Statement für den Bischof oder für den Papst abgeben, sondern dass sie aufeinander hören, die Fragen miteinander diskutieren und dann gemeinsam vorangehen. Synode heisst gemeinsames Gehen. Zum Leben als Christin und Christ gehört, dass man sich miteinander über den Glauben austauschen kann, über den Ort, den die Kirche in meinem Leben oder in der Gesellschaft und im Staat haben soll.

Wie erreichen Sie anderssprachige Menschen aus den Missionen?

Wer die Fragen auf Deutsch nicht versteht, muss sie sich übersetzen lassen. In den Missionen gibt es ja viele Zweisprachige. Das ist ein erster Schritt, aufeinander zu hören und einander zu unterstützen. Unsere Dokumente sind auf Deutsch, für den Jura gibt es eine adaptierte Fassung auf Französisch. Die römischen Dokumente sind in der Regel auf Spanisch, Englisch, Italienisch und Französisch.

Und Kirchenferne?

Jede und jeder kann sich einbringen, es braucht keine Nähe zur Pfarrei. Man muss sich lediglich für die Sache interessieren und sich zu fünft zusammentun.

Jede Person kann sich frei vier weitere suchen?

Ja. Um aufeinander hören zu können, braucht es eine Gruppe. Es sollten mindestens fünf sein, um nicht einfach Einzelmeinungen zu hören. Je grösser die Gruppe ist, desto besser, sie ist nach oben offen. Die Gruppe spürt vielleicht: Hier gab es Austausch, da war zuerst Unverständnis und dann Verständnis. Darum geht es.

Die Fünfergruppe diskutiert die Fragen und gibt ihre Antworten elektronisch ein.

Ja, es gibt jeweils pro Frage eine Gruppenantwort. Die Gruppe kann auch sagen: «Wir haben keine Einigung gefunden». Sie kann auswählen zwischen verschiedenen vorgegebenen Antworten, die nach statistischen Methoden als die wahrscheinlichsten gelten und die über Fokusgruppen im Vorfeld bestimmt werden. Bei einigen Fragen wird zusätzlich ein Textfeld zur Verfügung stehen.

Rom hat zehn Themenfelder mit Fragen vorgegeben. Können Sie diese in konkrete, für die Schweiz relevante Fragen umformulieren?

Der Auftrag lautet nun, die Fragen aus Rom für unsere Bistümer zu adaptieren. Bei Nummer fünf geht es um «Mitverantwortung in der Sendung», bei Nummer neun um «Unterscheiden und Entscheiden». In diesen Punkten können wir sicherlich auf spezifisch für den Schweizer Kontext wichtige Themen eingehen.

Bleibt es beim «Aufeinander-Hören»? Wann geht der Prozess ins Handeln über?

Aufeinander-Hören ist bereits Handeln. Wenn ich weiss, was mein Gegenüber findet, gehe ich mit diesen Gedanken in mich und verändere mich vielleicht, und umgekehrt. Eine Handlungsoption könnte sein, dass eine Pfarrei sagt: In unserem Gebiet gibt es so viele Marginalisierte, wir müssen diese Menschen einbinden. Handlungsoptionen sind nicht nur von Rom zur Basis, sie sind gleichzeitig von unten nach oben.

Dennoch gibt es Themen, die nur in Rom entschieden werden können, etwa die bekannten heissen Eisen: mehr Mitbestimmung von Laien, Frauenordination, Umgang mit Homosexuellen. Was ist mit solchen Themen?

Diese Themen werden in Rom entschieden. Die Grundstruktur der Kirche ist nicht in Frage gestellt. Der Papst ist der Garant der Einheit dieser Kirche. Was die ganze Welt betrifft, etwa die Frauenordination, entscheidet am Schluss der Papst. Aber Rom will eben auch hören: Ist das wirklich das Wichtigste? Betrifft das viele Leute? Und was würde das ändern? Dazu haben wir diesen Prozess.

Die abschliessende Antwort des Papstes kann ganz anders aussehen als das, was den Schweizerinnen und Schweizern unter den Nägeln brennt. Gibt es Signale aus Rom, dass regionale Lösungen denkbar sind?

Die Steuergruppe zum Synodalen Prozess des Bistums Basel wird die Antworten, die das gfs liefert, anschauen und sich fragen: Was realisieren wir in unserem Bistum? Wo müssen wir handeln und was betrifft uns weniger? Diesen Prozess der Erneuerung innerhalb des Bistums gehen wir weiter. Wie, das werden wir nach Abschluss der Befragung anschauen.

Rom hat 2014 bei der Umfrage zu Ehe und Familie aus der Schweiz die Antwort gehört, die Gleichbehandlung von Homosexuellen sei hier ein wichtiges Thema. Passiert ist nichts. Weshalb soll ich also nun wiederum an einer Umfrage teilnehmen?

Man versucht zu differenzieren und das mit einer unterschiedlichen Optik anzuschauen. Nehmen wir ein queeres Paar, das gesegnet werden möchte. Hier gilt es, auf einem gemeinsamen Weg herauszufinden, was sie mit dem Segen genau wollen: Möchten sie eine Anerkennung durch die Kirche, durch die Gesellschaft, den Beistand Gottes? Das gilt auch für Leute, die heiraten wollen. Dieses Differenzieren haben wir ein bisschen vernachlässigt, weil wir in Kategorien von Recht und Pflicht denken. Dieser Prozess wird zeigen, wie fruchtbar das ist.

Müsste man nicht bei manchen Themen auch die Theologie neu denken und sich die Frage stellen: Ist die heutige Handhabung auch theologisch noch gerechtfertigt?

Interessant ist, dass die westliche Theologie sich ziemlich eingeschossen hat auf Gebote und Verbote. Der synodale Prozess hingegen hat nicht diese Frage im Blick, sondern er fragt eher: Hilft es, das Reich Gottes zu fördern oder nicht? Die Frage lautet nicht: Darf man? Sondern: Hilft es? Das ist es, was man einen geistlichen Prozess nennt. Dieses Ringen ist etwas spezifisch Christliches. Die Jüngerinnen und Jünger, die mit Jesus unterwegs waren, haben immer wieder gerungen. Sie haben Jesus nicht verstanden und nach Erklärungen gefragt. Er hat es erklärt, aber sie haben immer noch nicht verstanden. Dieses Ringen ist nicht in erster Linie resultat-orientiert, sondern prozess-orientiert.

Sie hatten 2016 um konkrete Vorschläge gebeten, wie eine geschwisterliche Kirche aussehen könnte. Die Landeskirche Luzern hat Ihnen mit 10 Schritten geantwortet. Ihre Reaktion darauf war recht kritisch. Wie werden Sie dieses Mal mit Antworten umgehen, die Ihnen vielleicht nicht gefallen?

In diesem Fall fand ich das Vorgehen nicht gut. Es waren vor allem Forderungen an den Bischof. Ich habe wenig von diesem Ringen gemerkt. Bei einer Erneuerung der Kirche müssen sich alle bewegen. Wenn etwas geändert wird, müssen sich zuerst Personen ändern und dann muss man zusammen schauen, was man umsetzen kann. Dafür gibt es unsere diözesane Steuergruppe. Denn das bestimmt nicht einfach der Bischof oder eine einzelne kantonale Synode, sondern es sollen möglichst alle einbezogen werden. Die Anfrage geht in erster Linie an jeden und jede Einzelne selbst. Im Markus-Evangelium heisst es: «Kehrt um.» Das beginnt bei mir.

Wie müsste die Umfrage ausfallen, damit Sie sagen könnten: Wow, toll!

Wenn sich ganz viele und verschiedene Gruppen eingeben, das würde mich freuen.

Was wäre der schlimmste Fall?

Ich wäre enttäuscht, wenn sich niemand dafür interessieren würde. Dann müssen wir uns fragen: Was bedeutet das jetzt zum Beispiel für unsere Struktur? Für unsere Relevanz? Was müssen wir ändern?

Freuen Sie sich auf den Prozess?

Ich bin ganz begeistert davon! Mich freut es, dass diese Synode wirklich versucht, das Ganze als einen Prozess zu führen. Der Einbezug aller Leute ist der Königsweg der Kirche. Die Kirche hat nach diesem Dokument offensichtlich den Auftrag, alle Leute einzubeziehen. Ich erhoffe mir, dass dieser Prozess uns alle betreffen wird. Und ich bin überzeugt, dass wir Handlungsfelder sehen, die für unser Bistum oder möglicherweise für die Schweiz von Belang sind, die aber nicht unbedingt den römischen Prozess betreffen.

 

Marianne Bolt (Pfarreiblatt des Kantons Zug)

Sylvia Stam (Pfarreiblätter der Kantone Bern und Luzern)

Zum Jubiläum 50 Jahre Sozialdienst St. Martin in Baar hat die Katholische Kirchgemeinde Baar eine Festschrift herausgegeben. Diese stellt die Arbeitsweise des Sozialdiensts und seine Angebote vor und zeigt, wie er im Netzwerk agiert. Die Festschrift kann kostenlos bezogen werden.

Was ist Diakonie eigentlich? Welche Aufgaben nimmt der Sozialdienst St. Martin wahr? Welches sind derzeit die grossen Herausforderungen? Auf diese und viele andere Fragen geht die Festschrift ein. In einem Gespräch entwickeln Stefan Horvath, Leiter des Sozialdiensts St. Martin, und Kirchgemeindepräsident Thomas Inglin Ideen und Visionen für die kirchliche Sozialarbeit von morgen.
Die Festschrift kann kostenlos im Pfarreisekretariat St. Martin und auf der Verwaltung der Katholischen Kirchgemeinde Baar bezogen werden.

Hier können sie die elektronische Version der
Festschrift_50 Jahre_Sozialdienst_St. Martin herunterladen.

 

 

 

Die Theologin Sibylle Hardegger (53) hat unter Bischof Kurt Koch Karriere gemacht. 2015 übernahm sie für 18 Monate die Gemeindeleitung ad interim in der Stadt Zug und leitete anschliessend den Aufbau des Pastoralraums Zug Walchwil. Nun wird sie Radio- und Fernsehbeauftragte.

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Die Pfarrei St. Martin in Baar hat mit einem Fest für die Bevölkerung am vergangenen Sonntag das 50-jährige Bestehen ihres Sozialdiensts gefeiert. Als Symbol für das Jubiläum pflanzten die Baarer Katholiken ein Apfelbäumchen beim Pfarrhaus.

Zahlreiche Pfarreimitglieder kamen am Sonntag, 26. August unter dem Zeltdach im Baarer Martinspark zum gemeinamen Spaghettiplausch zusammen. Gemeinsam feierten sie den runden Geburtstag des Sozialdiensts St. Martin. Seit fünf Jahrzehnten engagiert sich dieser mit Hilfe vieler Freiwilliger in der Altersarbeit und unterstützt die Menschen in der Pfarrei und darüber hinaus bei der Bewältigung verschiedenster Herausforderungen.

Der Baum wächst auf gutem Boden
Pfarrer Anthony Chukwu hatte in seiner Predigt im Gottesdienst vor dem Jubiläumsfest den Sozialdienst mit einem Apfelbaum verglichen. Dieser benötige einen guten Boden, um wachsen und gedeihen zu können. An den daraus entstehenden Früchten könnten sich viele Menschen erfreuen, stellte er fest. «Besonders gerne teilt die Pfarrei die Früchte mit jenen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen», hob Anthony Chukwu hervor.

Aus einer visionären Haltung gegründet
Um dieses Bild weiterzutragen und an das Jubiläum zu erinnern, pflanzte die Festgemeinde beim Brunnen vor dem Pfarrhaus St. Martin einen Apfelbaum. Gemeinderätin und Sozialvorsteherin Berty Zeiter zeigte der Pfarrei in einer Ansprache ihre Wertschätzung. Sie zeigte sich beeindruckt, dass diese schon vor der Einwohnergemeinde einen professionellen Sozialdienst ins Leben gerufen hat. «Damit haben der damalige Kirchenrat und die Kirchgemeinde eine visionäre Haltung bewiesen. In den fünf Jahrzehnten seines Bestehens hat sich der Sozialdienst immer wieder der Zeit angepasst und für die Gemeinschaft viel bewirkt», erklärte sie. Weitsicht und ein Auge für die Bedürfnisse der Menschen zeige auch der aktuelle Kirchenrat, der den Sozialdienst just im Jubiläumsjahr personell ausgebaut habe, stellte Berty Zeiter fest.

Sie verwies auch auf die informative Festschrift, welche die Katholische Kirchgemeinde zum Jubiläum herausgegeben hat und die im Pfarreisekretariat kostenlos bezogen werden kann. /Mitg.

Hier können sie die elektronische Version der
Festschrift_50 Jahre_Sozialdienst_St. Martin herunterladen.

sozialdienst@pfarrei-baar.ch

 

Rund 50 Gäste mit und ohne Einschränkungen haben gestern auf Einladung von seelsam eine Schiffahrt auf dem Zugersee und anschliessend ein Grillfest beim Haus der Katholischen Kirche Zug in Baar genossen. Begleitet wurden sie vom Moderator Nik Hartmann.

seelsam, die ökumenische Seesorge für Menschen mit Einschränkungen, feiert in diesem Jahr das 20-Jahre-Jubiläum. Um die Bevölkerung auf die umfassenden Leistungen ihrer Organisation aufmerksam zu machen, haben die beiden Co-Leitenden Andrea Koster Stadler und Ruedi Hofer verschiedene öffentliche Anlässe organisiert. Einer davon ist der Tag «Unterwegs mit Nik Hartmann». Der prominente Fernseh- und Radiomoderator ist selbst Vater eines Sohnes mit Einschränkung und war sofort bereit, sich für die Idee von seelsam einzusetzen.

Der Tag – vom Wetterglück begünstigt – wurde sichtbar zum Erfolg. Der aufregenden Schifffahrt folgte ein entspannter Grillplausch im lauschigen Garten beim Haus der Katholischen Kirche Zug an der Landhausstrasse 15. Nik Hartmann blickte zufrieden auf den Tag zurück: «Ich habe heute rund herum Freude pur gesehen», sagte er. «Es beeindruckt mich immer wieder, wie leicht und spontan Menschen mit Einschränkungen Glück erleben können, während wir als sogenannt «Normale», unser Glücklich-Sein so oft mit eigens auferlegten Zwängen und Rollen einschränken.»

 

Bildimpressionen zum An- und Durchklicken (© Thalmann/Mattenberger)

Lesen Sie auch den Artikel seelsam unterwegs – mit Moderator Nik Hartmann

 

Bernadette Thalmann

 

Am 27. September 2021 jährt sich der Anschlag auf das Zuger Kantonsparlament zum 20. Mal. Am ökumenischen Gedenkanlass in der Kirche St. Michael nimmt dieses Jahr auch Bundespräsident Guy Parmelin teil.

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Anlässlich der Jodlermesse zum Walchwiler Bergfest fand bei prachtvollem Wetter die feierliche Einsetzung von Benjamin Meier, dem neuen Gemeindeleiter der Pfarrei, statt. Die Messe wurde von Pastoralraumpfarrer Reto Kaufmann geleitet.

Der Anlass lockte 250-300 Besucherinnen und Besucher ins «Buschechappeli». Ein stimmungsvoller Gottesdienst, umrahmt von urigen Klängen des Jodlerklubs Edelweiss und der Alphorngruppe «Echo vo dä Bärenegg», erwartete sie. Danach waren alle eingeladen, bei Speis und Trank gemeinsam zu feiern und den neuen Gemeindeleiter kennenzulernen.

Von Karl Huwyler, Kirchenratspräsident Walchwil, erhielt Benjamin Meier während des Gottesdienstes ein Puzzlespiel mit dem Wappen von Walchwil als Willkommensgeschenk. Ein Puzzlespiel, das es zusammen mit anderen Mitgliedern der Pfarrei zu lösen gilt. «Die Tanne auf unserem Wappen sieht aus wie ein Schlüssel und steht symbolisch für die Übergabe des Schlüssels zur Kirche», so der Präsident.

Pastoralraumpfarrer Reto Kaufmann beschenkte Benjamin Meier im Zeichen der Feier von «Mariä Himmelfahrt» mit einer Osterkerze als spirituelles Symbol für den «Himmel» und einer Walchwiler Hochprozentmischung für das leibliche Wohl.

Zum Thema «Himmel», insbesondere der Frage, was Himmel bedeutet, sprach auch Benjamin Meier. Für ihn wird Gott durch die Natur besonders spürbar. Entsprechend hat auch der Himmel viele Gesichter und er meinte: «Hier oben (auf dem Walchwiler Berg) sind wir ihm auf jeden Fall besonders nah.»

 

Bildimpressionen zum An- und Durchklicken (© Thalmann/Mattenberger)

 

Lesen Sie auch den Artikel Benjamin Meier ist der neue Gemeindeleiter der Pfarrei Walchwil

 

Bernadette Thalmann

 

Seit 50 Jahren unterstützt der Sozial- und Beratungsdienst der Pfarrei St. Martin in Baar Menschen in Notsituationen und bei der Bewältigung von Alltagsproblemen. Stefan Horvath, Leiter der Institution, gibt Ein- und Ausblicke in seine Arbeit.

Stefan Horvath, weshalb leistet die Kirche überhaupt Sozialarbeit?
Die Diakonie gehört neben der Liturgie und der Verkündigung zu den drei Grundvollzügen der katholischen Kirche. Sie beinhaltet das soziale Engagement sowohl für Einzelpersonen, Gruppen wie auch für die Gesellschaft aus einer christlichen Grundhaltung heraus. Tragende Grundwerte sind Solidarität, Anteilnahme und Wertschätzung. Im Blickwinkel sind körperliches, geistiges und seelisches Wohlbefinden der Menschen.

In welchen Bereichen ist der Sozialdienst St. Martin tätig?
Die Sozialberatung unterstützt in komplexen und schwierigen Lebenssituationen, bei Budget-, Sucht-, Beziehungs- und psychischen Problemen. Hier klärt der Sozialdienst St. Martin vorgängig ab, welche Leistungen benötigt werden und wer entsprechend helfen kann. Ein wichtiger Bereich ist die Vernetzung mit anderen sozialen Organisationen, beispielsweise dem Sozialdienst der Gemeinde Baar, der Schuldenberatung von Triangel, der Pro Senectute, der Pro Infirmis usw.
Bei der Passanten- oder Nothilfe geht es darum, sofort und unbürokratisch Lösungen zu finden. Das kann mit Lebensmittelgutscheinen für den Caritas Laden sein, oder auch mit der Suche nach einer kurzfristigen Notunterkunft. Zusätzlich sind wir in der Lage, eine Notwohnung für drei bis maximal 6 Monate günstig zur Verfügung stellen zu können.

Was ist das Besondere an kirchlicher Sozialarbeit?
Die kirchliche Sozialarbeit kann unbürokratisch, schnell und innovativ auf aktuell entstehende soziale Nöte eingehen. Unsere Anlaufstelle arbeitet niederschwellig und ist für verschiedenste Anliegen offen. Die Beratungen sind kostenlos und werden von der katholischen Kirchgemeinde finanziert. Alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Religion, politischer Gesinnung und Weltanschauung, dürfen bei uns anklopfen. Wir hören zu, nehmen wahr, suchen, handeln, vermitteln und vernetzen. Staatliche Institutionen haben den Auftrag, zu versorgen. Die Kirche hingegen leitet ihren Auftrag von der aktiven Nächstenliebe ab. Wir fühlen uns verpflichtet, Menschen in erschwerten Lebenssituationen beiseitezustehen. Eine unserer Stärken sind die vielen und in verschiedenen Bereichen tätigen Freiwilligen. Sie unterstützen und übernehmen zahlreiche Aufgaben. Ohne sie wäre das heutige umfassende Angebot niemals möglich.

Mit welchen Anliegen kommen derzeit Menschen zur Sozialberatung?
Einsamkeit, Isolation, finanzielle Sorgen, Orientierungslosigkeit und Verunsicherung sind aktuell wichtige Themen. Mit Corona hat sich einiges noch zugespitzt. Diese erschwerten Lebensumstände entstehen zum Teil aus dem Spardruck bei den Sozialversicherungen, durch Langzeitarbeitslosigkeit und nicht zuletzt durch die Schwierigkeit, in unserer Gegend zahlbaren Wohnraum zu finden. Unsere Kirchgemeinde engagiert sich auf verschiedenen Ebenen, um dieser Problematik entgegen zu wirken.

Nach welchen Prinzipien arbeitet der Sozialdienst St. Martin?
Wir halten uns an die Berufsethik der sozialen Arbeit in der Schweiz von AvenirSozial. Dazu zählen insbesondere die Einhaltung der Schweigepflicht, reflektiertes und professionelles Handeln sowie die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips. Dabei geht es nicht ausschliesslich darum, an uns herangetragene Erwartungen zu erfüllen, sondern die Anliegen in einem grösseren Kontext zu sehen. Wichtig ist uns auch, dass die Person, die beraten wird, in die Lösungsfindung miteinbezogen wird. Idealerweise entdeckt sie im Gespräch selbst mögliche Wege. Es geht also um Hilfe zur Selbsthilfe.
Die ökumenische Zusammenarbeit ist bei uns in Baar ein weiteres wichtiges Prinzip. Das gemeinsame Wirken mit Bruno Baumgartner, dem Sozialdiakon der reformierten Kirche Baar funktioniert sehr gut.

Gibt es auch eine Zusammenarbeit mit den anderen beiden kirchlichen Sozialdiensten im Kanton, dem Zuger Leuchtturm und dem Sozialdienst Cham-Hünenberg?

Im Rahmen der SoHo (Sozialtätigenhöck) tauschen wir uns regelmässig aus. Im Sechswochen- Rhythmus finden gemeinsame Sitzungen statt. Jährlich am Diakoniesonntag im November sammeln wir gemeinsam für ein soziales Projekt im Kanton Zug Geld. Dieses Jahr ist die Diakoniesonntagskollekte für die „Herberge für Frauen“ in Zug vorgesehen.
Auch der interne Austausch im Pfarreiteam ist mir sehr wichtig. Der Diakonie nach innen und einer transparenten Kommunikation messe ich grosse Bedeutung zu. Zu wissen, woran andere arbeiten fördert das Gemeinschaftsgefühl, und wir können einander wertvolle Inputs geben.

Der Sozialdienst ist ein Ein-Mann-Betrieb. Reichen die Kapazitäten aus?
Unser Sozialdienst wurde immer durch viele Freiwillige aus der Pfarrei mitunterstützt. Die Leitung und Koordination nahm ich mit einem Pensum von 100 Prozent wahr. Um der erhöhten Nachfrage nach unseren Leistungen gerecht zu werden, hat der Kirchenrat nun eine Stellenprozenterhöhung bewilligt. Seit dem 1. August 2021 verstärkt Christine Vonarburg mit 70 Stellenprozent unser Team. Sie engagiert sich primär in Projekten der Altersarbeit, der Freiwilligenkoordination und auch in der Sozialberatung.

Was ist für die Zukunft geplant?
Diakonie ist für uns der Blick aufs Ganze. Ich möchte im Rahmen der Gemeinwesenarbeit mehr Orte für Begegnung schaffen. Unsere Kirche soll dort präsent sein, wo die Menschen sind und ihre Sorgen, Ängste, Nöte und Freuden wahrnehmen. An Dorffesten, beispielsweise mit einer eigenen Beiz, oder in Quartieren. Beim Brunnen vor dem Pfarreiheim sollen einladende Tische und Stühle stehen, bei schönem Wetter zusätzlich ein Sonnenschirm und eine Kaffeemaschine.
Darüber hinaus soll die Betreuung, Förderung und das Coaching der vielen Freiwilligen intensiviert werden. Auch der Netzwerkarbeit möchte ich noch mehr Gewicht geben.

 

Interview: Bernadette Thalmann

 

Sozialdienst St. Martin feiert 50-Jahre-Jubiläum:

Samstag, 28. August
Präsenz mit einem Stand am Baarer Wochenmarkt

Sonntag, 29. August, 10.45 Uhr
Schuleröffnungsgottesdienst mit anschliessendem Pflanzen und Einweihen des Jubiläum-Apfelbaumes und einem Fest für die Bevölkerung.

Freitag, 22. Oktober
Netzwerkanlass mit anderen Fachstellen, Partnern und Politik

Details finden Sie auf www.pfarrei-baar.ch

 

Nach 12 Jahren Einsatz für die Missione Cattolica Italiana im Kanton Zug wechselt Giuseppe Manfreda nun Ende August in den Kanton Solothurn und übernimmt auf Wunsch des Bistums Basel die Betreuung der dortigen Gemeinschaften. Sein Nachfolger wird Domenico («Mimmo») Basile.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz im Bistum Basel, dass Leitungspersonen in der Seelsorge nach 8 bis 12 Jahren den Arbeitsort wechseln. Dies, um Routine zu vermeiden und wieder neue Chancen zu nutzen.

«Gottes Vorsehung»

Für Don Giuseppe ist dies der erste Stellenwechsel seit er in der Schweiz lebt. Vor 12 Jahren zog er von Crotone (Calabrien) nach Luzern. Bereits während der letzten Jahre seines Theologiestudiums begann er, sich als Leiter der Missione Cattolica Italiana für die italienische Gemeinschaft im Kanton Zug einzusetzen.
In den vergangenen 12 Jahren hat er zahlreiche Menschen durch Zeiten der Freude, Trauer und Angst begleitet. Er vermählte Paare, half ihnen durch Krisen, taufte deren Kinder, begleitete diese zur ersten Kommunion und Firmung und war stets für alle zum persönlichen Gespräch bereit. Es entstanden viele Beziehungen und Freundschaften, mit ihm und durch ihn. Die Missione wurde zu einer Gemeinschaft, die den Mitgliedern, auch Don Giuseppe, ein Stück Heimat bot. Dennoch bringt der Wechsel ihn innerlich nicht aus der Ruhe: «Es ist Gottes Vorsehung, mein Leben wird von Gott geleitet. Als Priester bin ich unterwegs, um das Evangelium zu verkünden», sagt er. 

Mit Herzblut unterwegs

«Jede Begegnung mit Giuseppe war mit einem Lachen und der kurzen Frage «wie geht’s?» verbunden. So wird mir Giuseppe in Erinnerung bleiben», sagt Markus Burri, Gesamtleiter Fachstellen bei der Katholischen Kirche Zug im Auftrag des Präsidiums zum Abschied. «Giuseppe betreute «seine Missione» mit spürbarem Herzblut und grossem Engagement. Entsprechend waren auch seine Dienste sehr gefragt. War Giuseppe im Haus der Katholischen Kirche Zug, herrschte stets ein Kommen und Gehen, denn seine seelsorgerliche Gesprächsbereitschaft wurde rege benutzt. Die unter seinem unermüdlichen Einsatz entstandenen Aktivitäten trugen dazu bei, dass die «Missione Cattolica Italiana» zu einer starken Gemeinschaft zusammenwuchs. Entsprechend ungern lassen wir ihn weiterziehen. Da bleibt mir nur zu sagen: Vergelt’s Gott! Dio ti benedica!»

Den neuen Leiter der Missione Cattolica Italiana, Don Mimmo, heisst Markus Burri herzlich willkommen.

Siehe auch Artikel «Don Mimmo» wird neuer Leiter der Zuger Missione Cattolica Italiana

 

Bernadette Thalmann

Mitten in der Stadt Zug, in der Bauhütte nahe der St.-Oswald-Kirche, eröffnet anfangs September ein Seelsorgecafé als Ort der Begegnung und Beratung. Jeder und jede ist willkommen und es besteht kein Konsumationszwang.

Da das Café kein Gastrobetrieb ist, gibt es in der Bauhütte nur kleine Snacks und Kuchen. Dazu serviert das ehrenamtlich tätige Cafeteria-Team ein feines Getränk. Beliebt sind die Kaffeemischungen und das Teesortiment. Als Gäste sind alle willkommen, unabhängig von Alter, Beruf, Interessen oder Religion. Im Café treffen sich Menschen, um zu plaudern, sich auszuruhen, im idyllischen Garten ein Buch zu lesen oder auch einfach, um nicht allein zu sein.

Fachperson aus dem Seelsorgeteam anwesend

Wer gerne ein persönliches Anliegen besprechen möchte, kann sich an die anwesende Fachperson aus dem ökumenischen Seelsorgeteam wenden. Das Gespräch ist kostenlos und anonym. Es kann spontan, also ohne Voranmeldung, oder auch zu einem vereinbarten Zeitpunkt stattfinden. Themen aller Art können besprochen werden. Für vertrauliche Gespräche steht ein separater Raum zur Verfügung und das Seesorgeteam untersteht der beruflichen Schweigepflicht. Bei Bedarf können auch mehrere Gespräche stattfinden. Nicht möglich in diesem Rahmen ist jedoch eine Langzeitberatung oder -therapie. Das Seelsorgeteam kann aber eine längerfristige Begleitung vermitteln.

Ein motiviertes Freiwilligenteam

Bereits steht der Bauhütte ein motiviertes Team zur Verfügung. Die 20 Mitglieder des Cafeteria-Teams engagieren sich in der Regel einen halben Tag pro Woche ehrenamtlich als Gastgeberin oder Gastgeber. Interessierte melden sich bitte bei: michèle.bowley@kath-zug.ch.
«D’Bauhütte – das Café für Begegnung und Beratung» ist ein Angebot der katholischen Kirchgemeinde Stadt Zug, der reformierten Kirche Kanton Zug und der CityKircheZug. Mitg./bth

Mehr Informationen auf www.cafe-bauhuette.ch oder www.facebook.com/cafebauhuette

 

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