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Wir verbinden Kulturen

27.09.2018, 14.11

«Fake News» waren das Thema der jüngsten Veranstaltung des Forum Kirche und Wirtschaft, einer Fachstelle der Katholischen Kirche Zug, gestern im Kloster Kappel. Die Referenten waren sich alles andere als einig, wie diesen zu begegnen sei, was zu spannenden Diskussionen führte.

In seinem Inputreferat zeichnete Medienwissenschaftler Prof. Dr. Vinzenz Wyss ein düsteres Bild: «Der traditionelle Journalismus ist in Bedrängnis. Die Leute wollen für journalistische Leistungen nichts mehr bezahlen. Neue Player drücken in den Markt: Bürgerjournalismus, Strategische Akteure wie PR-Agenturen und Politiker. Dazu kommen algorithmisch gesteuerte Anbieter und soziale Medien, die Werbeetats absaugen.» Dies führe zu einer Erosion der institutionellen Wissensordnung und begünstige Fake News. Wyss äusserte sogar die Vermutung, das klassische Medien langfristig nicht überleben werden.

Die Philosophin Dr. phil. Suzann-Viola Renninger vertrat die Meinung, dass es keine Wahrheit gebe, sondern nur individuelle Wahrnehmung. Über diese zu diskutieren, sei die Basis der Demokratie. Mit den sozialen Medien bestehe jedoch die Gefahr, das man sich nur noch in genehmen «Echokammern» bewege. Renninger bezweifelte, dass die Verfasser und Empfänger von Fake News ein echtes Interesse an der Wahrheit haben. Vielmehr suchten diese eine Bestätigung der Eigenmeinung.

Dem widersprach Katia Murmann. Die Chefredaktorin von blick.ch und Blick am Abend plädierte dafür, Fake News mit echten Fakten zu entblössen und so Gegensteuer zu geben. Doch selbst Murmann musste zugeben, dass der immense Zeitdruck insbesondere bei den Online-Medien der Qualität der journalistischen Arbeit nicht förderlich ist. Renninger betonte die Wichtigkeit einer breiten Allgemeinbildung, um Informationen richtig einordnen zu können und um Fake News zu entlarven.

Martin Platter