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Wir handeln solidarisch

30.03.2020, 14.47

Mit ihrem seelsorgerischen und sozialen Engagement ist die Kirche eine tragende Kraft unserer Gesellschaft, insbesondere in Krisenzeiten. Die Kirchensteuern der Bevölkerung und der ansässigen Firmen machen das möglich.

Die Katholische Kirche im Kanton Zug setzt sich primär für das Wohl der Menschen im Kanton ein. Dabei vergisst sie aber nicht, auch über die Kantonsgrenzen hinauszuschauen. Die Kirchensteuern von natürlichen und juristischen Personen bilden das finanzielle Fundament dieser Aktivitäten. Im Jahre 2018 hat die Katholische Kirche Zug dafür 33.7 Millionen Franken ausgegeben.

Klicken Sie die Grafik an, um sie zu vergrössern | © Katholische Kirche Zug

63 Prozent für die Seelsorge in den Pfarreien…

Mit 62.9% (21.2 Mio. Franken) fliessen die meisten Mittel in die Pfarreiseelsorge. Dazu gehören nicht nur Gottesdienste. Die Kirche ist dort, wo die Menschen sie braucht. Seelsorgende unterstützen in schwierigen Lebenssituationen, beim Verlust der Arbeit oder eines geliebten Menschen, bei Unfall oder Krankheit, insbesondere in Krisensituationen wie der aktuellen Pandemie. Sie begleiten aber auch in anderen wichtigen Lebensabschnitten wie bei Geburt und Heirat. Aktives, durch die Kirche finanziertes Gemeindeleben kann viel dazu beitragen, dass Katholiken und Nicht-Katholiken eine Heimat finden und erleben. Mit den karitativen und sozialen Angeboten in Kirchgemeinden und Pfarreien gibt die Kirche also einen Teil der Steuererträge zurück an die Bevölkerung.

…weitere 4 Prozent für kantonale Seelsorgestellen

Gewisse pastorale Aktivitäten werden aus Effizienzgründen auf kantonaler Ebene organisiert und bezahlt. Dazu gehören u.a. die Seelsorge für Fremdsprachige, die Spital– und Gefängnisseelsorge, die Seelsorge für Behinderte, gemeindeübergreifender Religionsunterricht, Flüchtlingsseelsorge oder die Förderung der Kirchenberufe. Der Aufwand für diese vielseitigen pastoralen Tätigkeiten macht weitere 4% (1.3 Mio. Franken) aus.

Da die Kirchgemeinden und Pfarreien nicht alle Dienstleistungen selbst erbringen können, werden gewisse Aufgaben an spezialisierte Institutionen übergeben. Das sind diverse Organisationen im sozialen, karitativen und diakonischen Bereich wie beispielsweise der Zuger Kantonale Frauenbund, das Lassalle-Haus, das Hospiz Zentralschweiz/Hospiz Zug und FRW Interkultureller Dialog. Die Beträge an solche Institutionen betragen 4.2% (1.4 Mio. Franken).

Keine einheitliche Rechnungslegung

Der Kostenanteil für Behörden und Verwaltung von 12.8% (4.3 Mio. Franken) scheint relativ hoch. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Kirchgemeinden im Kanton Zug keine einheitliche funktionale Rechnungslegung ausweisen. So werden unter diesem Titel auch Funktionen erfasst, die eigentlich eher der Pfarreiseelsorge zuzuteilen wären.

Das Liegenschaftenportefeuille der Katholischen Kirche umfasst vor allem die sakralen Bauten und die für den Betrieb nötigen Infrastrukturen. Die Abschreibungen auf diese Investitionen betragen 1.9 Mio. Franken oder 5.6% der gesamten Ausgaben. Der Abschreibungssatz wird vom Kanton festgelegt.

Die kantonalen Fachstellen umfassen hauptsächlich die Gesamtleitung Fachstellen & Diakonie, die Fachstelle Bildung-Katechese-Medien BKM sowie das «Forum Kirche und Wirtschaft», aber auch das Pfarreiblatt und die Kommunikation. Ein Klick auf die Webpages der Fachstellen zeigt deren breiten Aufgabenbereich im Detail. 3.1% oder 1 Mio. Franken wurden dafür ausgegeben.

Verhältnismässig kleine Beiträge an rkz und Bistum

Im Gegensatz zu den meisten andern Länder fliessen in der Schweiz keine Steuergelder direkt in die Bistümer oder nationalen kirchlichen Organisationen. Hierzulande werden diese durch die Basis der Kirchgemeinden (z.T. Landeskirchen) finanziert. Dieses föderale duale System stellt sicher, dass die Mittel effizient und zielorientiert, unter Einhaltung demokratischer Spielregeln, an das zuständige Bistum (im Fall von Zug das Bistum Basel) und die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (rkz) weitergeleitet werden. Der Beitrag an die rkz beträgt lediglich 712’000 Franken (2.1%), derjenige an das Bistum Basel 562’000 Franken oder 1.7% des Gesamtaufwandes der Katholischen Kirche Zug.

Beide Beiträge richten sich nach einem Verteilschlüssel, welcher die Steuerkraft des Kantons spiegelt. Der Beitrag des Kantons Zug beinhaltet daher indirekt auch eine Art von Solidaritätsanteil an die Kantone mit schwächeren Steuererträgen.

 

Karl Huwyler, Präsident VKKZ